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Kann man Brust-Tumoren gezielt vernichten?

12.09.2005


494.000. Euro für Göttinger Tandem-Projekt der Abteilung Hämatologie und Onkologie des Bereichs Humanmedizin und dem Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin



Wenn sich gesunde Körperzellen zu bösartigem Krebsgewebe verändern, werden in den "entarteten" Zellen bestimmte Gene aktiviert und andere abgeschaltet. So konnten Göttinger Forscher in vier von fünf Brust-Tumoren ein bestimmtes Genprodukt mit dem Namen "hEAG1" (human Ether-à-go-go1) nachweisen, das gewöhnlich nur in Nervengewebe zu finden ist. Das Genprodukt ist in den Geschwüren aktiv. Es könnte somit als Angriffspunkt für moderne Medikamente bei der Erkennung und gezielten Zerstörung kompakter Tumoren dienen. Die Max-Planck-Gesellschaft unterstützt ein Göttinger Tandem-Forschungsprojekt mit dem Ziel, das biomedizinische Grundlagenwissen über hEAG1 unmittelbar für die Entwicklung klinischer Diagnose- und Behandlungsmethoden bei Tumorerkrankungen zu nutzen. Für vier Jahre fließen 494.000 Euro in die Tandem-Kooperation zwischen PD Dr. Frauke Alves, Abteilung Hämatologie und Onkologie (Direktor Prof. Dr. Lorenz Trümper) am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen, und der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Walter Stühmer und Luis A. Pardo der Abteilung Molekulare Biologie Neuronaler Signale am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen.

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Bereits 1999 hatte die Arbeitsgruppe von Professor Stühmer zusammen mit Dr. Pardo und Dr. Alves eine Aktivität des Membranproteins hEAG in der Tumorentwicklung beschrieben. Inzwischen konnten die Wissenschaftler auch die Expression von hEAG1 in Brust-Tumoren zeigen. Dr. Alves untersucht nun, ob und wie hEAG1 als Zielstruktur für neue Behandlungsstrategien in der Diagnostik und Behandlung fester Tumoren genutzt werden kann: Gegen hEAG1 gerichtete so genannte "monoklonale Antikörper" könnten gezielt moderne Krebsmedikamente zu den Tumoren transportieren und dort abladen. Die Arbeitsgruppe von Prof. Stühmer erforscht weiter die molekularen Funktionen des Kaliumkanals hEAG1 in Entstehung und Wachstum von Tumorgewebe.

Mit ihren Tandemprojekten fördert die Max-Planck-Gesellschaft den schnellen Transfer von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung. Hierzu dienen die Kooperationsprojekte zwischen Abteilungen der Max-Planck-Institute und wissenschaftlich ausgewiesenen externen Kliniken wie dem Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen. Das Projekt zu hEAG1 ist eines von insgesamt zehn derartigen Tandem-Kooperationen bundesweit und eines von zwei Tandemprojekten mit dem Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen.

Stefan Weller | idw
Weitere Informationen:
http://www.gwdg.de
http://www.med.uni-goettingen.de

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