Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Angesichts steigender Hautkrebsfälle: Sonnenschutz am Arbeitsplatz notwendig

12.09.2005


Das Europäische Parlament hat im Entwurf der EU-Richtlinie zum Schutz der Arbeitnehmer vor Gefährdungen durch optische Strahlung die Passagen zum Thema Sonnenschutz gestrichen. Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, kritisiert diese Streichungen: "Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden hauptsächlich durch die UV-Strahlung der Sonne belastet. Angesichts der Zunahme von Hautkrebsfällen ist aus Sicht des Strahlenschutzes der Schutz vor ultravioletter (UV-) Strahlung eine zentrale Forderung im Bereich der optischen Strahlung. Die Ausnahme der natürlichen Strahlung aus entsprechenden Arbeitsschutzregelungen ist nicht akzeptabel."



Beim Arbeitsschutz im Bereich der natürlichen optischen Strahlung geht es primär um die Unterrichtung und Unterweisung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Hinblick auf die Bewertung und Verringerung der Risiken. Zusätzliche Maßnahmen können sinnvoll sein, wenn ein erhöhtes Risiko angenommen werden muss. Diese Maßnahmen sind in der Regel einfach und bezahlbar, wie zum Beispiel das Bereitstellen von Sonnenschutzmitteln für die Bedienung im Gartenlokal oder ein Sonnenschirm für den Bademeister im Freibad. Den Arbeitern am Bau ist durch den Arbeitgeber eine entsprechende Kleidung nahezulegen. Eine Überdachung von Baustellen oder der Zwang zu Schutzkleidung wird in der Richtlinie an keiner Stelle gefordert.

... mehr zu:
»Strahlung


Die Argumente der Gegner der Richtlinie reichen von dem Vorwurf der Überregulierung, der Entmündigung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bis hin zur Behauptung untragbarer finanzieller Belastungen für die betroffenen Unternehmen. Wolfram König: "Diese Kritikpunkte sind rational nicht nachvollziehbar. Der von einzelnen Industrieverbänden in den Medien hervorgerufene Eindruck, dass sich ein Arbeitgeber derzeit nicht um die möglichen Gesundheitsrisiken seiner Angestellten durch die natürliche Exposition in der Sonne zu kümmern hätte, mag zwar gängige Praxis sein, widerspricht aber den rechtlichen Verpflichtungen und ist in hohem Maße verantwortungslos. Die Arbeitgeber sind auch jetzt schon gesetzlich für den Gesundheits- und Sicherheitsschutz ihrer Beschäftigten am Arbeitsplatz verantwortlich. Da die gesundheitlichen Risiken der natürlichen ultravioletten Strahlung seit langem wissenschaftlich unstrittig sind, kann sich ein verantwortungsbewusster Arbeitgeber dieser Verpflichtung schon jetzt nicht entziehen. Es ist nicht akzeptabel, wenn durch den Druck einzelner Interessensgruppen der Gesundheitsschutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ins Hintertreffen gerät."

Ghita Cleri | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfs.de

Weitere Berichte zu: Strahlung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik