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Integrierte Lösung für die Kardiologie: Noch schneller von Diagnose zu Therapie und Nachuntersuchung

05.09.2005



Schmerzen in Brust, Rücken oder Armen können erste Anzeichen für einen Herzinfarkt sein. Wird dieser Verdacht durch ein infarkttypisches Blut- und EKGBild bestätigt, greifen fest definierte Notfallmaßnahmen bis hin zur Operation. Zeigen die Untersuchungen jedoch keine Auffälligkeiten, bleibt der Grund für die Schmerzen vorerst unklar. Bislang erfolgt dann häufig im nächsten Schritt eine Untersuchung mit dem Katheter. Siemens Medical Solutions zeigte auf dem diesjährigen Kongress der European Society of Cardiology (ESC), wie in der kardiologischen Notfalldiagnostik Arbeitsabläufe durch Modalitäten übergreifende Zusammenarbeit vereinfacht und beschleunigt werden. Dabei kommen der Computertomograph (CT) Somatom Sensation Cardiac 64, das digitale Röntgensystem Axiom Artis dBC und das Registriersystem Axiom Sensis zum Einsatz.

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Der CT ermöglicht bei Patienten mit unklaren Diagnosen innerhalb von Sekunden einen gestochen scharfen Blick ins Herz und somit eine sichere Diagnose von Infarkt, Gefäßverengung oder anderen koronaren Erkrankungen. Ein Kathetereinsatz erfolgt anschließend nur, wenn eine Gefäßerweiterung oder der Einsatz eines Stents erforderlich werden. Dieser Eingriff erfolgt dann unter Einsatz des Axiom- Röntgensystems, wobei der Arzt von neuesten kardiologischen Software-Lösungen wie beispielsweise Interventional Cardiac 3D (IC3D) zur Stentplanung unterstützt wird.

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist in den westlichen Industrienationen Todesursache Nummer eins. Rechtzeitig erkannt, ist sie meist sicher und schnell zu behandeln. Schreitet sie aber weiter fort, indem zum Beispiel Ablagerungen ein Gefäß verschließen, kommt es zum Infarkt. Nur in rund 50 Prozent aller Fälle stellen sich vorher Beschwerden wie Schmerzen in Brust oder Rücken ein (Angina pectoris), ebenso häufig kommt der Infarkt aber ohne jede Vorwarnung. „Gelingt es nicht, ein verschlossenes Gefäß wieder zu öffnen, stirbt der Herzmuskel innerhalb weniger Stunden ab“, so Dr. Stephan Achenbach, Oberarzt an der Medizinischen Klinik II – Kardiologie, Angiologie – des Universitätsklinikums Erlangen.


Es kommt also auf eine frühzeitige, gesicherte Diagnose an: Lassen die Ergebnisse von EKG und Belastungstest jedoch keine eindeutige Bestätigung eines (drohenden) Infarkts und eine entsprechende Behandlung zu, muss das Herz genauer untersucht werden – was typischerweise mit einem Katheter geschieht. Die Katheteruntersuchung ist ein minimal-invasives Verfahren, bei dem der Katheter direkt in die Herzkranzgefäße geschoben wird.

Dieser invasive Kathetereingriff kann für Zwecke der Diagnose bei bestimmten Patientengruppen – wie eben bei Personen mit unklaren Brustschmerzen – durch ein nicht-invasives Verfahren ersetzt werden: Nach der Blutuntersuchung und einem EKG wird hier die Angiographie mit dem CT durchgeführt. Weniger als zehn Sekunden muss der Patient die Luft anhalten, dann ist das Herz EKG-synchronisiert aufgenommen. Mit einer Rotationszeit von 0,33 Sekunden erreicht der Somatom Sensation Cardiac 64 eine zeitliche Auflösung von 83 Millisekunden und „friert“ damit die Herzbewegung sozusagen ein. Am Bildschirm kann der Arzt dann selbst kleinste Gefäße genau unter die Lupe nehmen, bereits nach wenigen Minuten liegt so eine sichere Diagnose vor. Die Software „syngo Circulation“ gewährleistet bei der Befundung der CT-Aufnahmen einen benutzerfreundlichen Arbeitsablauf, der den Arzt von der automatischen Herzsegmentierung über die Segmentierung der Koronargefäße und Stenosequantifizierung (Ausmaß der Einengung von Herzkranzgefäßen) bis hin zur vollautomatischen funktionalen Analyse und Befundung führt.

Im Katheterlabor folgen dann gegebenenfalls die weiteren Behandlungen, die heute minimal-invasiv durchgeführt werden. Dazu zählen zum Beispiel die Weitung eines verschlossenen Gefäßes mit einem Ballonkatheter und das Platzieren eines Stents. Für die Bildgebung während des Eingriffs wird der mit zwei Ebenen arbeitende, digitale Röntgen-C-Bogen Axiom Artis dBC eingesetzt. Er bietet mithilfe seiner beiden Flachdetektoren eine exzellente Bildqualität. Axiom Sensis erlaubt dabei die Registrierung und Durchführung aller hämodynamischen und elektrophysiologischen Untersuchungen von einem Messplatz aus. Beide Systeme sind wichtige Werkzeuge, die aus dem Bereich der interventionellen Kardiologie nicht mehr wegzudenken sind. Die Software IC3D wird vor allem bei der Stentplanung eingesetzt. IC3D errechnet dabei die Stenose-Abmessungen zur Auswahl eines optimalen Stents. Die anschließende regelmäßige Kontrolle der Lage und Durchlässigkeit des Stents wird wieder am Somatom Sensation Cardiac 64 durchgeführt.

Siemens Medical Solutions (Med) ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Der Bereich steht für innovative Produkte und Komplettlösungen sowie für ein umfangreiches Angebot von Dienst- und Beratungsleistungen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum von bildgebenden Systemen für Diagnose und Therapie, über die Elektromedizin und die Audiologie bis hin zu IT-Lösungen. Mithilfe dieser Lösungen ermöglicht Med seinen Kunden, sichtbare Ergebnisse sowohl im klinischen, als auch im administrativen Bereich zu erzielen – so genannte „Proven Outcomes“. Innovationen aus dem Hause Siemens optimieren Arbeitsabläufe in Kliniken und Praxen und führen zu mehr Effizienz in der Gesundheitsversorgung. Med beschäftigt weltweit rund 31 000 Mitarbeiter und ist in 120 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2004 (30. September) erzielte Med einen Umsatz von 7,07 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 8,12 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,05 Mrd. €.

Bianca Braun | Siemens AG
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/medical

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