Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Moderne Testverfahren für sicherere Lebensmittel

29.08.2005


Die Einführung von Gentechnologie in die Lebensmittelkette besitzt das Potenzial, hinsichtlich Quantität und Qualität optimierte Lebensmittel zu liefern und so den weltweiten Lebensmittelbestand zu verbessern. Es sind jedoch geeignete Maßnahmen zum Schutz vor möglichen Gefahren für die menschliche Gesundheit erforderlich.

Die Veröffentlichung der EU-Verordnung Nr. 258/97 über neuartige Lebensmittel und Lebensmittelzutaten liefert einen geeigneten Rahmen für Strategien zur Sicherheitseinschätzung unter Einbeziehung der Genetischen Modifikation (GM) von Lebensmitteln. Ein neuartiges Lebensmittel ist akzeptabel, wenn es hinsichtlich verschiedener Eigenschaften als im Wesentlichen gleichwertig mit einem analogen, auf traditionelle Weise erzeugten Lebensmittel bestimmt wird. Diese umfassen Ernährungseigenschaften, die Zusammensetzung des Giftstoff- und Allergengehalts sowie das Verarbeitungsverfahren, das entweder häuslich oder industriell sein kann, vor dem Endverbrauch durch die Endnutzer.

Davon angetrieben, wurde im Rahmen des SAFOTEST-Projekts eine wissenschaftliche Methodologie zur zuverlässigen und kosteneffizienten Prüfung zur Lebensmittelsicherheit entwickelt und getestet. Das Projekt konzentrierte sich auf ein Verfahren zur Sicherheitsprüfung, das die chemische Analyse der Zusammensetzung transgener und parentaler Reiskörner umfasst.



Im Einzelnen heißt dies, dass zwei verschiedene Arten von Methodologien als Tools zum analytischen Vergleich ausgewertet wurden. Diese Tools waren die zielgerichtete Analyse von (Anti-)Nährstoffen und Giftstoffen sowie die nicht-zielgerichtete Analyse von Verbindungen mit geringem molekularen Gewicht mittels Metabolitprofilierung.

Die zielgerichtete Analyse umfasste Kurzanalysen sowie Analysen von Lipiden, Aminosäuren, Vitaminen und Mineralstoffen. Auch die mikrobiologische Qualität in Bezug auf Mykotoxine und Schadstoffe (Schwermetalle und Pestizide) wurde getestet. Im Vergleich zu konventionell angewandten Methoden gilt die "on-line coupled Liquid Chromatography-Gas Chromatography" (on-line LC-GC) als ein stabileres und schnelleres Analysetool für kleinere Kornbestandteile, bei dem keine umständlichen Schritte zur Probenvorbereitung erforderlich sind.

Darüber hinaus wurde auch die Eignung der Nah-Infrarot-Spektroskopie (NIRS) für die nicht-destruktive Ermittlung kleinerer Bestandteile bestimmt. Die Ergebnisse für GM und parentale Reislinien standen in einer guten Übereinstimmung mit den anhand traditioneller Methoden gewonnenen Resultaten.

Zur nicht-zielgerichteten Analyse wurde ein gaschromatografisches Metabolitprofilierungsverfahren zum objektiven Screening einer großen Vielfalt von Bestandteilen anhand einer Reismodellkultur studiert. Das Verfahren ermöglicht die Untersuchung größerer und kleinerer Reiskornbestandteile, und es wurden seine Zuverlässigkeit und Anwendbarkeit zur Analyse von Zerealien mit Metabolit-Zusammensetzungen ähnlich der von Reis belegt.

Mit geeigneten Software-Tools, welche die manuelle und automatisierte Korrektur der Verweilzeiten und Reaktionen gemäß verschiedenen Standards ermöglichen, wurde eine vergleichende Datenanalyse durchgeführt. Die gewonnenen Datenbanken liefern einen automatisierten unvoreingenommenen Vergleich für ein breites Spektrum konventioneller Reiskulturen zur Bewertung der Unterschiede bei den Metabolitprofilierungsdaten.

Prof. Karl Heinz Engel | ctm
Weitere Informationen:
http://www.entransfood.com/RTDprojects/SAFOTEST/safotest.html
http://www.tu-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften