Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Adaptive Entscheidungsunterstützungsfunktionen für die Gesundheitsüberwachung

29.08.2005


Um die Bedürfnisse von Patienten, Bürgern und Ärzten anzusprechen, wurde ein automatisches Analyse-Toolkit für EKG-Signale entwickelt. Dadurch sollen moderne Telegesundheitsdienste möglich werden.

... mehr zu:
»Herzmuskelischämie »Toolkit

Die steigende Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der westlichen Welt und ganz speziell in Europa hat einen erheblichen Anstieg der Todesfälle und der frühzeitigen Erwerbsunfähigkeit zur Folge. Ein wichtiger Aspekt ist die frühzeitige Diagnose, aber aufgrund der Eigenart dieser Krankheit treten Zwischenfälle meistens außerhalb der Krankenhausumgebung auf. Daher ist eine Reduzierung der Zeit vor Beginn der Behandlung zwingend erforderlich.

Aus diesem Grund konzentrierte man sich im Rahmen des HEARTS-Projekts eher auf die Prognose als auf die Diagnose der Krankheit, da nicht nur kranke Menschen mit hohem Risiko gefährdet sind, sondern auch gesunde Personen. Mit diesem Ziel im Visier hat das Projektkonsortium ein neues Telegesundheitsüberwachungssystem entwickelt, das nicht intrusiv, dynamisch, intelligent sowie interoperabel ist und auf einer offenen Architektur basiert.


Das System verfügt über eine fortschrittliche und adaptive Entscheidungsunterstützungsfunktion auf, wobei klassische analytische Verfahren mit neuen Herangehensweisen kombiniert wurden. Letztere beziehen das neuronale Netz und nicht-lineare Analysen ein, um den spezifischen Gesundheitszustand einer Person wiederzugeben. Durch die Anwendung von krankheitsfixierten und patientenorientierten Ansätzen bei der Analyse der Diagnosen von Herzkrankheiten wurde diese Funktion im automatischen Toolkit für das EKG realisiert.

Speziell die Informationen über den Gesundheitszustand einer bestimmten Person innerhalb eines bestimmten Zusammenhangs können jederzeit gewonnen werden. Die weitere Analyse erfolgt mittels innovativer Neuro-Fuzzy-Verarbeitungstechnologien. Durch den Einsatz einfacher Interpretierbarkeits- und Argumentationsfunktionen werden die Benutzer im Falle eines Anzeichens von Herzmuskelischämie umgehend gewarnt. Das modulare Subsystem für die Entscheidungsunterstützung erweist sich für medizinische Fachkräfte als benutzerfreundlich.

Das Toolkit nutzt eine EKG-Methode, die Schläge erkennt. Seine Grundlage bildet ein auf einem überwachten neuronalen Netz basierender Algorithmus für die frühzeitige Erkennung von Herzmuskelischämie durch EKG-Signale. Durch die Verwendung der europäischen EKG-Datenbank konnte das Toolkit ausgiebig getestet und überprüft werden und zeigte eine hohe Sensitivität und Genauigkeit beim Erkennen der ischämischen Schläge. Des Weiteren konnte bei der Klassifizierung der Schläge eine Genauigkeit von über 94% nachgewiesen werden.

Die zuverlässigen Entscheidungsunterstützungsmodule können entweder als Teil des telemedizinischen Systems genutzt werden, bilden unabhängige Einheiten in einem medizinischen Umfeld oder sind eingebunden in medizinische Gerätschaften.

Dr. Antonino Raffone | ctm
Weitere Informationen:
http://heartsproject.datamat.it/hearts
http://www.sunderland.ac.uk/

Weitere Berichte zu: Herzmuskelischämie Toolkit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften