Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was gibt es Neues auf dem Gebiet der allergischen Rhinitis?

06.09.2001


Ergebnis einer Apotheker-Fortbildungsveranstaltung in Hessen: Wundermittel lassen auf sich warten - Neue Formen der Hyposensibilisierung in der klinischen Erprobung - Pollenschutzcreme positiv getestet

Der Frage nach neuen Entwicklungen im Kampf gegen die allergische Rhinitis ging die Interessengemeinschaft der Apotheker Hessen-Nassau bei ihrer jüngsten Fortbildungsveranstaltung in Wiesbaden nach. Fünf Kurzvorträge zum Thema und eine Diskussionsrunde standen auf dem Programm.

Prof. Dr. Ludger Klimek vom Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden berichtete über lange erwartete Neuentwicklungen der Pharmaindustrie. Klimek erklärte, daß die angekündigte immunologische Allergiebehandlung mit dem Mittel E 25 noch auf sich warten lassen werde. Dieses Präparat soll allergieauslösende Moleküle, sogenannte IgEs abfangen und so die allergische Reaktion verhindern. Für eine breite Anwendung bei den über 20 Millionen Allergikern käme dieses Mittel nur sehr eingeschränkt in Frage, dagegen stünden allein schon die hohen Kosten. Wahrscheinlich würde es nur bei Patienten mit extrem vielen multiplen Allergien eingesetzt.

Auch eine neue Art der Hyposensibilisierung (Peptid-Therapie) stecke noch in der Entwicklung und käme bei Kosten von bis zu 2000.- Mark pro Patient und Jahr für den breiten Einsatz bei Heuschnupfenpatienten kaum in Betracht.

Die sogenannte Rush-Immuntherapie habe sich in klinischen Untersuchungen bewährt und gebe Anlass zu Hoffnung. Sie sei aus der klassischen Hyposensibilisierung entwickelt worden und verkürze diese auf 5 Tage.

Klimek hatte im vergangenen Jahr auch die neue Immerfit Pollenschutzcreme getestet. Man habe damals für den Einzelmesswert "Niesreiz der Nase" nach zweiwöchiger Anwendung eine signifikante Reduktion feststellen können, erklärte der Allergologe den knapp 100 versammelten Apothekern.

Der Frankfurter Allergologe Prof. Dr. H.-J. Wilhelm stellte dem Fachpublikum das Ergebnis einer multizentrischen, placebokontrollierten Doppelblindstudie mit der neuen Pollenschutzcreme vor, die er zusammen mit der Berliner Charité durchgeführt hatte. Demnach gingen die allergischen Symptome bei Anwendung dieses Medizinprodukts um 38 Prozent deutlich zurück. Dies bestätigten auch Dr. Grigoriov von der Charité Berlin und der Allergologe Dr. Klingelhöfer aus Bonndorf mit eigenen klinischen Untersuchungen. Klingelhöfer: "Dieses Produkt ist eine sehr wertvolle Zusatzbehandlung zur Verringerung der Pollenbelastung in der Nase. Die Beschwerden gehen um 40 Prozent zurück. Die Pollenschutzcreme hat sich absolut bewährt." Besonders zur Verhinderung des Etagenwechsels von allergischer Rhinitis zu Bronchitis und Asthma bei Kindern sollte man das nebenwirkungsfreie Produkt einsetzen.

In der Diskussion ging es um die Frage, ob Vaseline wirklich im Nasenvorhof Pollen abfangen kann. Dabei stellte sich heraus, dass es sich bei der Pollenschutzcreme nicht um gewöhnliche Vaseline handelt, sondern um eine Spezialentwicklung. Sie besitze eine sehr hohe Viskosität (Zähflüssigkeit), die für eine gute Haftung auf der Schleimhaut des Nasenvorhofs sorge. Und darauf komme es an. Diese Viskosität liege weit höher als die einer üblichen pharmazeutischen Vaseline. Diese hohe Viskosität verdanke Immerfit Pollenschutzcreme ihren besonders langkettigen Kohlenwasserstoffverbindungen. Die Ketten seien etwa doppelt so lang wie die in handelsüblichen Vaselinen.

| ots

Weitere Berichte zu: Hyposensibilisierung Rhinitis Viskosität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften