Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Den Herzinfarkt schon in der Luft behandeln

15.08.2005


Neue Konzepte für Notfallrettung per Hubschrauber in der Rhein-Neckar-Region / Kooperationsvertrag zwischen Heidelberger Universitätsklinik für Anaesthesiologie und DRF (Deutsche Rettungsflugwacht e. V.)



Im Ernstfall zählt jede Minute. Mit einem neuen regionalen Versorgungskonzept und der Anwendung eines Medikaments zur Notfallbehandlung des akuten Herzinfarkts haben Patienten im Rhein-Neckar-Raum und angrenzenden Gebieten jetzt bessere Chancen, die rettende Therapie rechtzeitig zu bekommen. Grundlage ist eine enge Kooperation zwischen den Mannheimer DRF-Rettungsfliegern und dem Heidelberger Universitätsklinikum.

... mehr zu:
»Herzinfarkt »Herzkranzgefäß


Das Universitätsklinikum Heidelberg und die DRF (Deutsche Rettungsflugwacht e.V.), Filderstadt, eine der größten deutschen Luftrettungsorganisationen, haben seit Anfang 2005 ihre Zusammenarbeit vertraglich vereinbart. Neuer Ärztlicher Leiter des DRF-Luftrettungszentrums Mannheim ist Privatdozent Dr. André Gries, der zudem als Oberarzt an der Klinik für Anaesthesiologie des Universitätsklinikums Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Eike Martin) tätig ist. Das DRF-Zentrum ist am Mannheimer Flughafen stationiert; jährlich werden etwa 600 Einsätze mit dem Hubschrauber Christoph 53 geflogen.

Notfallmedizin auf internationalem Niveau / Uni-Ärzte werden in Luftrettung ausgebildet

"Von der engen Zusammenarbeit profitieren beide Partner", erklärt Dr. Gries, "nämlich das täglich von 8 Uhr morgens bis Sonnenuntergang mit einem Team aus Notarzt, Rettungsassistent und Pilot besetzte Mannheimer Luftrettungszentrum, ebenso wie die Heidelberger Universitätsklinik." Die Qualität der Arbeit der Mannheimer DRF-Luftretter wird nach international gültigen, wissenschaftlichen Maßstäben überwacht.

Die Ärzte der Universitätsklinik haben wiederum die Chance, ihre notfallmedizinische Ausbildung auf Einsätze in der Luft zu erweitern. "Außerdem können wir neue Versorgungskonzepte entwickeln und innovative Entwicklungen in der Notfallmedizin erproben." Längerfristig sollen zudem notfallmedizinische Versorgungskonzepte für dünn besiedelte Regionen erarbeitet werden.

Medikament Metalyse löst den Blutpfropfen im Herzkranzgefäß auf

Zu den innovativen Konzepten der neuen Kooperation gehört auch die Gabe des Medikaments Metalyse(. Es kann bei Herzinfarkt zur Auflösung des Blutpfropfens (Thrombolyse) schon vom Notarzt an der Einsatzstelle verabreicht werden, sobald durch die Hubschrauberbesatzung per EKG ein Herzinfarkt festgestellt worden ist. "Je früher das Blutgerinnsel aufgelöst werden kann, desto mehr Herzgewebe kann gerettet werden", sagt Dr. Gries.

Danach steuert der DRF-Hubschrauber das nächstgelegene Herzzentrum der Region (Heidelberg/Mannheim/Ludwigshafen) mit einem Katheterlabor an, in dem die Herzkranzgefäße untersucht und mechanisch wieder eröffnet werden können. Im Rahmen des Versorgungskonzeptes "Akutes Koronarsyndrom" verfügen übrigens auch die bodengebundenen Notarztsysteme (Notarztwagen etc.) in Heidelberg und Sinsheim über die Möglichkeit, eine thrombolytische Therapie bereits an der Einsatzstelle einzuleiten.

Jeder sechste Hubschrauber-Einsatz wegen "Akuten Koronarsyndroms"

Die Luftrettung spielt bei der Behandlung des Herzinfarkts seit einigen Jahren eine immer größere Rolle: Jeder sechste Hubschrauber-Einsatz kommt einem Patienten mit einem so genannten Akuten Koronarsyndrom zugute. "Mittlerweile fliegen wir nur noch in der Hälfte der Einsätze zu Unfällen", berichtet Dr. Gries. "Die restlichen Einsätze erfolgen wegen internistischer Erkrankungen wie dem Herzinfarkt und zur Verlegung von schwerkranken Patienten in größere Kliniken."

Bei Rückfragen:
Privatdozent Dr. André Gries
E-Mail: andre.gries@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/index.php?id=504
http://www.drf.de/Mannheim.htm

Weitere Berichte zu: Herzinfarkt Herzkranzgefäß

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Eine Teleskopschiene für Nanomaschinen
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

nachricht Künstlicher Leberfleck als Frühwarnsystem
19.04.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics