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Künstliche Bandscheibe - Hoffnung für Schmerzgeplagte

15.08.2005


Am Mittwoch, 24. August, lädt die Klinik für Orthopädie des Universitätsklinikums Bonn Ärzte zur Fortbildung "Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen - Spektrum innovativer Therapieverfahren" ein. Experten berichten über aktuelle Forschungsergebnisse, neue schonende Operationstechniken und moderne Bandscheibenprothesen. Die kostenlose Veranstaltung findet ab 18 Uhr im Universitätsclub Bonn, Konviktstraße 9, statt.



Tag ein, Tag aus beanspruchen wir unsere Wirbelsäule, und die Bandscheiben verschleißen. Normalerweise sorgen diese zwischen den Wirbelknochen liegenden Knorpelscheiben für die Beweglichkeit der Wirbelsäule und sind gleichzeitig wichtige Stoßdämpfer. Ist ihre Funktion eingeschränkt werden die angrenzenden Wirbelknochen stärker belastet und es bilden sich knöcherne Randwülste. Dadurch verengt sich bei der so genannten Osteochondrose der Raum zwischen den Wirbelkörpern. "Die Wirbelsäule wird instabil und die Wirbelkörper können das Gewicht nicht mehr halten. Die Betroffenen leiden oft unter extremen Schmerzen bis hin zu Lähmungserscheinungen", sagt Privatdozent Dr. Oliver Diedrich, Oberarzt an der Universitätsklinik für Orthopädie in Bonn. Wenn nichts mehr hilft, ist bislang die Versteifung die einzige Option. Ärzte entfernen die defekte Bandscheibe und verschrauben die benachbarten Wirbel miteinander.



Doch jetzt gibt es eine neue Hoffnung - die künstliche Bandscheibe. Das Implantat besteht aus Titan und einem Kunststoffkern, der eingebaut im Zwischenwirbelraum die Funktion der entfernten Bandscheibe übernimmt. Aufgrund der Titanoberfläche kann der Knochen schnell mit der künstlichen Bandscheibe verwachsen. Zudem sorgt die schonende Operationstechnik mit einem kleinen Schnitt im Bauch dafür, dass keine wichtigen Rücken- und Bauchmuskeln oder Nerven durchtrennt werden. "Diese Prothesen sind eine echte Alternative zu der bisher üblichen Versteifung. Denn sie erhalten die Beweglichkeit der Wirbelsäule und schützen so auch benachbarte gesunde Wirbel vor Abnutzung", erklärt der Bonner Orthopäde Diedrich. Daher eignen sich diese Implantate gerade für junge Patienten, und die Zahl der Implantationen steigt.

Die Veranstaltung dreht sich unter anderem um Fortschritte rund um die künstliche Bandscheibe. So werden seit letztem Jahr die Prothesen nicht nur in Lendenwirbeln, sondern inzwischen auch in Halswirbeln eingesetzt.

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

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