Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bei Vergiftungsverdacht sofort zum Arzt

05.08.2005


Wenn der Verdacht besteht, dass sich Menschen eine Vergiftung durch Pilze zugezogen haben, darf keine Zeit verloren werden. Es sollte sehr schnell ein Arzt oder Krankenhaus aufgesucht werden, möglichst sollte auch eine Probe der Mahlzeit für das Labor mitgenommen werden. "Moderne Technik und effektive Behandlungsmethoden machen es möglich, dass selbst schwere Vergiftungen durch Knollenblätterpilze nicht zum Tode führen müssen", sagt Professor Dr. Reinhard Schmidt vom Universitätsklinikum Rostock.



Menschen mit Beschwerden nach einem Pilzgericht sollten keine Zeit verlieren

... mehr zu:
»Leberkoma »Vergiftung


Grundsätzlich sei es ratsam, vor dem Verzehr selbst gesammelter Pilze einen Sachverständigen zu konsultieren, sagt Professor Dr. Reinhard Schmidt, Geschäftsführender Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum Rostock. Dennoch passiert es immer wieder, dass sich Menschen durch Pilze schwere Vergiftungen zufügen. Das beweist der aktuelle Fall, bei dem eine Rostocker Familie während ihres Urlaubs bei Bautzen offenbar Giftpilze konsumiert hatte. "Grundsätzlich muss aber niemand mehr an einer Pilzvergiftung sterben", sagt Professor Schmidt. Voraussetzung sei allerdings eine schnelle Reaktion und die Möglichkeit, moderne Behandlungsmethoden in Anspruch zu nehmen.

"Sobald sich nach dem Verzehr eines Pilzgerichts Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe zeigen, muss so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werde", sagt Professor Schmidt. Besonders in der derzeitigen Pilzsaison seien alle Ärzte alarmiert. Der Konsum von Knollenblätterpilzen allerdings, den gefährlichsten der heimischen Pilze, bleibe teilweise zunächst ohne jegliche Symptome. Dabei sind diese Pilze besonders tückisch: "Während etwa der giftige Gallenröhrling das ganze Essen verdirbt, schmecken Knollenblätterpilze gar nicht schlecht", sagt Professor Schmidt. Umso schlimmer sei ihre Wirkung: Die Giftstoffe zersetzen die Leberzellen und lösen die Leber auf. Die Folge: das Leberkoma.

"Aber selbst Patienten mit Leberkoma, also fast vollständig zersetzter Leber, haben bei entsprechender Behandlung Überlebenschancen", sagt Professor Schmidt. Am Universitätsklinikum Rostock gebe es zum einen die Möglichkeit der Lebertransplantation, die auch sehr schnell erfolgen kann. Vergiftungen mit Knollenblätterpilzen haben bei der Zuteilung höchste Priorität", sagt Professor Schmidt. Verfügbare Spenderorgane werden schnellstmöglich für die Betroffenen vermittelt. Zum anderen gibt es am Rostocker Universitätsklinikum die "künstliche Leber". Das Gerät mit dem Namen "M.A.R.S." (Molecular Adsorbents Recirculating System) ermöglicht es, die Funktion der ausgefallenen Leber von außen teilweise zu ersetzen. Doch auch die moderne Technik hilft nur, wenn die Betroffenen rasch handeln. Bei Pilzvergiftungen ist Schnelligkeit geboten", wiederholt Professor Schmidt.

Dr.-Ing. Karl-Heinz Kutz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Berichte zu: Leberkoma Vergiftung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wellen schlagen

Computerwissenschaftler verwenden die Theorie von Wellenpaketen, um realistische und detaillierte Simulationen von Wasserwellen in Echtzeit zu erstellen. Ihre Ergebnisse werden auf der diesjährigen SIGGRAPH Konferenz vorgestellt.

Denkt man an einen See, einen Fluss oder an das Meer, so sieht man vor sich, wie sich das Wasser kräuselt, wie Wellen gegen die Felsen schlagen, wie Bugwellen...

Im Focus: Making Waves

Computer scientists use wave packet theory to develop realistic, detailed water wave simulations in real time. Their results will be presented at this year’s SIGGRAPH conference.

Think about the last time you were at a lake, river, or the ocean. Remember the ripples of the water, the waves crashing against the rocks, the wake following...

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Maßgeschneiderte Nanopartikel gegen Krebs gesucht

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wolken über der Wetterküche: Die Azoren im Fokus eines internationalen Forschungsteams

29.06.2017 | Geowissenschaften

Wellen schlagen

29.06.2017 | Informationstechnologie