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USA: Muttermilch soll verkauft werden

05.08.2005


Medizin für kranke Babys

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Das kleine US-Unternehmen Prolacta Biosciences will Muttermilch kommerziell vermarkten, um es im Krankenhaus an kranke Babys als Medizin zu verabreichen, berichtet BBC-Online. Darüber hinaus wird das Unternehmen auch weitere Studien über die therapeutischen Möglichkeiten von Muttermilch durchführen.

Es ist bekannt, dass Muttermilch mit seinen Mineralien, Verdauungsenzymen und Antikörpern wesentlich zum Wachstum des Kindes, körperlich und mental, beiträgt. Experten warnen jedoch davor, den Kult um die Muttermilch zu übertreiben, da es für viele Mütter ein Stress sei. Das gelte insbesondere für jene, die sozusagen Milch weiterkaufen.


Non-profit-Organisationen hatten bereits bisher Muttermilch in so genannten Milchbanken für kranke Babys zur Verfügung gestellt. Nun soll aber das Projekt kommerziell und über die ganzen USA verteilt anlaufen. Dazu will Prolacta gespendete Muttermilch von unabhängigen Milchbanken und Krankenhäusern kaufen, anschließend pasteurisieren und sie dann an Krankenhäuser als Medikament zurückverkaufen. Frühgeborene oder kranke Kinder sollen damit gefüttert werden. Das Unternehmen plant auch eine genaue Analyse von Muttermilch durchzuführen. Nach ersten Schätzungen enthält die Muttermilch an die 100.000 verschiedene Komponenten. Bisher kennen die Forscher erst ein paar tausend davon.

Die Projekte von Prolacta stossen aber nicht überall auf große Freude. Die Human Milk Banking Association of North America stellt den Handel mit Muttermilch in Frage: Wenn das Profit-Motiv hinzukomme, steige der Druck auf die Mütter und auf die medizinischen Einrichtungen, da kommerzielle Gedanken im Vordergrund stehen, egal was die Babys genau brauchen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.prolacta.com

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