Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schutz vor Sonnenbrand im Urlaub: UV-Check-Service des DLR

04.08.2005


Sonnenbrandzeiten im sommerlichen Mitteleuropa, hier ein Beispiel vom 10. Juni 2005 (Bild: DLR)


Gerade im Sommer zur Urlaubs- und Badesaison ist der Schutz vor Sonnenbrand ein wichtiges Thema. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bietet hierfür einen kostenlosen UV-Check-Service an. Der Service informiert darüber, wie lange man, je nach Hauttyp, in der Sonne bleiben kann, bis bei Haut mit mittlerer Pigmentierung die erste Rötung einsetzt. Die zugrunde liegenden Daten basieren auf Messungen des Atmosphärensensors SCIAMACHY (Scanning Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric Chartography) auf dem europäischen Umweltsatelliten ENVISAT. Sie zeigen für das sommerliche Mitteleuropa die so genannte Sonnenbrand- oder UV-Eigenschutzzeit. Mit dem Service des DLR kann man sich über Internet oder Mobiltelefon jederzeit auf dem aktuellen Stand halten und sich so gegen Sonnebrand schützen.


Das Bild rechts zeigt die Sonnenbrandzeit für den Hauttyp 2 (helle Haut, blonde Haare, blaue oder grüne Augen) am 10. Juni 2005 um 12 Uhr mittags. Deutlich zu erkennen ist, dass die Sonnenbrandzeit von Norden nach Süden stark abnimmt. Am Mittelmeer beträgt sie etwa 15 Minuten, an der Nordsee 20 Minuten und an der Ostsee 25 Minuten. Die genaue Sonnenbrandzeit, wie sie vom UV-Check ermittelt wird, hängt von weiteren Faktoren ab. Die Unterschiede zwischen Nord- und Ostsee resultieren aus den unterschiedlichen Dicken der Ozonschicht an diesem Tag. Deutlich sind weiterhin die Gebirgszüge zu erkennen. Generell nimmt die UV-Strahlung um bis zu 10 Prozent pro 1.000 Höhenmeter zu. Beim Baden ist zu beachten, dass das reflektierende Wasser die UV-Strahlung verstärkt.

Hinter dem UV-Check steht die Zusammenarbeit von drei DLR-Instituten in Oberpfaffenhofen: Am Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) des DLR wird die aktuelle Verteilung des atmosphärischen Ozons aus Satellitenmessungen zur täglichen Berechnung der UV-Strahlung erstellt. Das DLR-Institut für Physik der Atmosphäre wendet daraufhin ein Verfahren an, das die bodennahe und für Hautrötung wirksame UV-Strahlungsdichte aus Ozonwert, Geländehöhe, Sonnenstand, Bodenreflektion und Bewölkung berechnet. Aus der UV-Strahlungsdichte wird die Sonnenbrand- oder UV-Eigenschutzzeit für Europa berechnet. Am DLR-Institut für Kommunikation und Navigation schließlich wird ein Web- und SMS-Server betrieben, um die berechneten Sonnenbrandzeiten den Nutzern von Internet und Mobiltelefon zuzusenden. Dazu liefert der Nutzer zuvor Informationen über seinen Hauttyp sowie über ortsbezogene Bedingungen wie Wolkenbedeckung oder Schnee.


Der UV-Check liefert die Sonnenbrandzeiten für jeden beliebigen Ort zu jeder Tageszeit im gesamten Gebiet Europas und wird vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) unterstützt. Industrieller Partner ist die Hans-Karrer GmbH, ein Hersteller dermatologischer Sonnenschutz- und Pflegeprodukte. Der UV-Check ist weiterhin Bestandteil des Projektes PROMOTE der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. PROMOTE entwickelt eine Reihe nutzerorientierte Dienste im Rahmen der europäischen Initiative zum "Global Monitoring of Environment and Security" (GMES).

Der vom DLR und der Niederländischen Raumfahrtagentur (NIVR) beigesteuerte Atmosphärensensor SCIAMACHY ist eines von zehn wissenschaftlichen Instrumenten auf dem von der Europäischen Weltraumorganisation ESA gebauten Erdbeobachtungssatelliten ENVISAT, dem weltgrößten Satellit zur Umweltbeobachtung. Der Atmosphärensensor SCIAMACHY misst die für die Luftqualität, den Treibhauseffekt und die Ozonchemie relevanten Konzentrationen von Spurengasen. Die Projektleitung liegt beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Niederländischen Raumfahrtagentur (NIVR). Die wissenschaftliche Leitung des Projektes liegt beim Institut für Fernerkundung und Umweltphysik (IFE/IUP) der Universität Bremen.

Dr. Niklas Reinke | Helmholtz
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie