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Eierstockkrebs - ein extrem tückischer Tumor

28.07.2005


Im Rahmen eines vom Gesetzgeber und den Krankenkassen geförderten Projektes - Integrierte Versorgung -, gehört das Universitätsklinikum Bonn zu einem von vier Eierstockzentren des Landes Nordrhein-Westfalens. Neben der Bonner Universitäts-Frauenklinik versorgen Zentren in Düsseldorf, Leverkusen und Krefeld künftig Frauen mit Eierstockkrebs. Damit soll eine bestmögliche Versorgung für die Betroffenen gesichert werden. Alle vier Eierstock-Zentren arbeiten nach den gleichen internationalen Standards, wobei sie die stationäre und ambulante Behandlung mit niedergelassenen Ärzten vernetzen.


In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 8000 Frauen - meist über 50 Jahre - neu an Eierstockkrebs. Diese bösartigen Ovarialtumore sind zwar relativ selten, die Todesrate ist jedoch im Vergleich zu anderen gynäkologischen Erkrankung am höchsten. Um so wichtiger ist eine frühe Diagnose in einer Zeit, zu der die Tumore auf die Eierstöcke begrenzt sind. Eine frühzeitige Diagnosestellung ist jedoch schwierig, da die Symptome wie Bauchschmerzen, Darmbeschwerden und Blähungen eher unspezifisch sind. "Die Patientinnen suchen häufig zuerst einen Allgemeinmediziner und erst ganz zum Schluss einen Frauenarzt auf. So erfolgt die Diagnose meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium, wenn der Krebs beispielsweise bereits Lymphknoten, Zwerchfell, Dünn- oder Dickdarm befallen hat", sagt Professor Dr. Walther Kuhn, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Geburtshilfe und Frauenheilkunde am Universitätsklinikum Bonn. So müssen die Operateure häufig nicht nur die Eierstockstumore und die Gebärmutter entfernen, sondern auch Lymphknoten, Bauchfelltumore oder unter anderem Teile vom Darm oder Zwerchfell. "Diese komplexen Operationen erfordern eine enge Kooperation zwischen gynäkologischen Onkologen, Bauchchirurgen und gegebenenfalls Urologen, denn der Erfolg der Nachbehandlung wie eine Chemotherapie und damit die Prognose für die Patientin hängt entscheidend davon ab, ob das Tumorgewebe auch vollständig entfernt wird", sagt Professor Kuhn.

Experten diskutieren verschiedene Risikofaktoren. "Jeden Monat bei dem Eisprung kommt es zu einem Einriß der äußeren Epithelschicht der Eierstöcke, der sich dann erst wieder regenerieren muß. Dieser Vorgang ist ein Faktor, der das Risiko für Frauen an Ovarialtumoren zu erkranken erhöht", erklärt Professor Kuhn, Experte für Eierstockkrebs. Daher hätten eine Schwangerschaft und die Pille, die den monatlichen Eisprung hemmt, durchaus einen Schutzeffekt bezüglich Eierstockkrebs.

Dr. Inka Väth | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

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