Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MED-PED: Neues Früherkennungsprogramm soll Herzinfarkte verhindern

30.08.2001

Nicht jeder, der an einem Herzinfarkt stirbt, hat zuviel geraucht, zuviel gearbeitet oder zu fett gegessen. Einigen Menschen wurde dieses Schicksal bereits in die Wiege gelegt. Sie leiden an einer Erbkrankeit, der sogenannten familiären Hypercholesterinämie. Ziel des MED-PED-Projektes ist, diese gefährliche Erkrankung frühzeitig zu erkennen und das Leben der Betroffenen durch entsprechende Behandlung zu verlängern.

Die familiäre Hypercholesterinämie ist eine heimtückische Erkrankung, denn sie macht erst Beschwerden, wenn es zu spät ist. Ein genetischer Defekt verhindert die normale Aufnahme des "schlechten" LDL-Cholesterins in die Leber. Das Fett sammelt sich im Blut an, dringt in die Gefäßwand ein und führt zur Arterienverkalkung. Diese sogenannte Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) tritt aber erst in Erscheinung, wenn sie weit fortgeschritten ist, wenn es zum Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt. Menschen mit schwerer familiärer Hypercholesterinämie sterben oft sogar vor dem 20. Lebensjahr an den Folgen der Erkrankung. Durch eine frühzeitige Behandlung läßt sich die Gefäßverkalkung jedoch verhindern. Häufig werden hierzu cholesterinsenkende Medikamente wie Simvastatin (ZOCOR(R)) und cholesterinarme Ernährung sowie körperliches Training erfolgreich eingesetzt.

Früherkennung kann Leben retten

MED-PED ("Make early Diagnosis to Prevent early Death") ist ein gemeines Projekt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Unternehmens MSD SHARP & DOHME zur Früherkennung der familiären Hypercholesterinämie. In Deutschland sind leichte Formen dieser angeborenen Fettstoffwechselstörung relativ weit verbreitet. Etwa einer von 500 Einwohnern ist betroffen. Schwere familiäre Hypercholesterinämien sind dagegen mit einer Häufigkeit von einem Betroffenen pro eine Million Einwohner selten. An den fünf deutschen MED-PED-Zentren werden die Familien von Patienten mit bekannter familiärer Hypercholesterinämie sowie Menschen mit Verdacht auf diese Erkrankung untersucht. Ein solcher Verdacht besteht immer dann, wenn nahe Angehörige frühzeitig einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben. Broschüren zum MED-PED-Programm können bei MSD SHARP & DOHME GMBH, Lindenplatz 1, 85540 Haar, angefordert werden.

MED PED Zentren in Deutschland:

Prof. Dr. rer. physiol. Ulrike Beisiegel
Medizinische Kernlinik und Poliklinik
Universitätskrankenhaus Eppendorf Hamburg
Martinistr. 52
20246 Hamburg
Tel.: 040/42803-3917;
Fax 040-42803-4592;
E-Mail:beisiegel@uke.uni-hamburg.de

Prof. Dr. med. Christiane Keller
Medizinische Poliklinik
Universität München
Pettenkoferstr. 8a
80336 München
Tel: 089-51603566;
Fax: 089 / 51 60 45 62

Dr. med. Andrea Schneider
Medizinische Hochschule Hannover
Abt. für Gastroenterologie, Hepatologie
30623 Hannover
Tel.: 0511-532 31 61;
Fax: 0511-532 48 92;

Prof. Dr. med. Elisabeth Steinhagen-Thiessen
Fettstoffwechselambulanz
Charite - Medizinische Fakultät der
Humboldt-Universität zu Berlin
Campus Virchow-Klinikum
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Tel: 030-45 05 31 69;
Fax: 030-45 05 39 05

PD Dr. med. Winfried März
Fettstoffwechselambulanz
Klinik der Albert-Ludwig-Universität
Hugstetter Str. 85
79106 Freiburg
Tel: 0761-270 37 59;
Fax: 0761-270 34 44

Katharina Goergens | ots

Weitere Berichte zu: Herzinfarkt Hypercholesterinämie MED-PED

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie