Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pestizide in Johannis- und Stachelbeeren

27.07.2005


BfR zur Greenpeace-Bewertung von Pflanzenschutzmittelrückständen in Beerenfrüchten



Sommerzeit ist Beerenzeit. Das verlockende Angebot an Strauchfrüchten auf den Wochenmärkten und in den Ladenregalen ruft nicht nur den Kunden, sondern auch Verbraucherschützer auf den Plan. Zum Schutz des Verbrauchers dürfen Rückstandshöchstmengen bestimmter Pflanzenschutzmittel nicht überschritten werden. Aktuell sorgt eine Untersuchung der Umweltorganisation Greenpeace für Diskussionen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass auch bei einer Überschreitung von gültigen Höchstmengen nicht direkt auf ein gesundheitliches Risiko für den Verbraucher geschlossen werden kann. Professor Dr. Ursula Gundert-Remy, Leiterin der Abteilung Sicherheit von Stoffen und Zubereitungen im BfR: "Die Festsetzung dieser Werte folgt dem Minimierungsprinzip. Das heißt: So niedrig wie möglich, nicht mehr als für die angestrebte Verwendung nötig und niemals höher als gesundheitlich vertretbar."

... mehr zu:
»Pflanzenschutzmittel


Grundsätzlich begrüßt das BfR, dass sich Greenpeace wichtiger verbraucherrelevanter Themen wie den Rückständen von Pflanzenschutzmitteln in saisonalen Früchten annimmt. Allerdings folgt Greenpeace bei der Ermittlung der vom Verbraucher aufgenommenen Rückstandsmengen nicht den international abgestimmten wissenschaftlichen Konzepten. So ist die zugrunde gelegte tägliche Verzehrmenge von jeweils 500 Gramm für Johannis- und Stachelbeeren deutlich zu hoch angesetzt. Auch die Begründung, mit diesen Ansatz die potenziell in den Früchten gebundenen Rückstände zu erfassen, rechtfertigt nicht die Annahme derart hoher Verzehrsmengen. Gebundene Rückstände sind bereits bei der Ermittlung der Höchstmengenvorschläge für Pflanzenschutzmittel in Lebensmitteln entsprechend berücksichtigt worden. Somit wird mit der Annahme von Greenpeace die Aufnahmemenge an Pflanzenschutzmitteln durch Rückstände in Beerenobst deutlich überschätzt.

Für die Ermittlung der Mengen, denen Kleinkinder ausgesetzt sind, empfiehlt das BfR statt der von Greenpeace für alle Lebensmittel pauschal angesetzten Verzehrsmenge die Verwendung aktueller Verzehrsdaten für diese Altersgruppe. Die Bewertung des BfR im Rahmen der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und die Empfehlungen von Höchstmengen basiert bereits auf diesen aktuellen im Rahmen einer Verzehrsstudie für Kinder von zwei bis unter fünf Jahren ermittelten Verzehrsdaten. Die in den Jahren 2001 und 2002 in der VELS-Studie (Verzehrsstudie zur Ermittlung der Lebensmittelaufnahme von Säuglingen und Kleinkindern für die Abschätzung eines akuten Toxizitätsrisikos durch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln) ermittelten täglichen Verzehrsmengen wurden zur Erstellung eines Modells genutzt, das sowohl die Bewertung möglicher akuter wie auch potenzieller chronischer Risiken gestattet.

Zu der von Greenpeace ebenfalls thematisierten Problematik von Mehrfachrückständen bereitet das BfR derzeit das "Zweite BfR-Forum Verbraucherschutz - Mehrfachrückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln" vor. Die Veranstaltung ist für den Spätherbst in Berlin geplant. Dort soll das Thema und mögliche Bewertungskonzepte mit nationalen und internationalen Experten auf wissenschaftlicher Ebene diskutiert werden.

Dr. Irene Lukassowitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfr.bund.de

Weitere Berichte zu: Pflanzenschutzmittel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie