Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erforschung der Modulationsfähigkeit nikotinischer Rezeptoren bei der Alzheimer-Behandlung

27.08.2001


Die Unternehmen Janssen Pharmaceutica NV und Biofrontera Pharmaceuticals AG geben heute bekannt, dass sie in einem gemeinsamem Forschungsabkommen die potentielle Verbesserung der Therapie der Alzheimer’schen Erkrankung durch die "nikotinische Modulation" weiter untersuchen wollen.

Weltweit sind schätzungsweise 15 Millionen Menschen von der Alzheimer’schen Erkrankung betroffen. Charakteristisch für die Erkrankung sind Defizite in der cholinergen Reizleitung, insbesondere die verminderte Anzahl an nikotinischen Rezeptoren. Diese Störung beeinträchtigt maßgeblich die kognitive Leistungsfähigkeit der Alzheimer-Patienten. Um das Fortschreiten des mit Alzheimer einhergehenden Krankheitsbildes aufzuhalten, hat Janssen Pharmaceutica NV kürzlich Galantamin (Reminyl(tm)) in den Markt eingeführt, ein neues Therapeutikum, das durch sein duales Wirkungsprofil einzigartig ist. Galantamin inhibiert zum einen das Enzym Acetylcholinesterase, was den Abbau von Acetylcholin verhindert, einem Neurotransmitter, der bei Erinnerungs- und Lernprozessen eine Schlüsselrolle spielt. Zum anderen moduliert Galantamin die nikotinischen Rezeptoren und führt somit zu einer erhöhten Freigabe von Acetylcholin.

In ihrem Abkommen setzen sich Janssen und Biofrontera zum Ziel, anhand weiterer Untersuchungen nachzuweisen, wie der duale Wirkmechanismus des Medikaments Reminyl(tm) zu seinem breiten Wirkungsprofil und zu einem anhaltenden therapeutischen Nutzen beiträgt, den das Präparat in klinischen Studien bereits zeigte.

Die Biofrontera konnte kürzlich als Forschungsleiter Prof. Alfred Maelicke von der Medizinischen Fakultät der Universitätsklinik Mainz gewinnen. Sein Labor war es, das die Wirkung von Galantamin auf die nikotinischen Rezeptoren im Gehirn entdeckte. Die Alzheimer’sche Erkrankung wird somit neben den bestehenden Schwerpunkten Schizophrenie, chronischer Schmerz, Hirnschlag und Parkinson zu einem weiteren Forschungsschwerpunkt der Biofrontera.

Biofrontera Pharmaceuticals AG ist ein Unternehmen, das auf dem Gebiet der Medikamentenforschung arbeitet. Forschungsschwerpunkte sind die Parkinson’sche Erkrankung, der Hirnschlag, die Schizophrenie, der chronische Schmerz und nunmehr auch die Alzheimer’sche Erkrankung. Biofronteras patentgeschütztes Verfahren zur Erstellung höchstauflösender Genexpressionsprofile DEPD(r) ist derzeit die einzige vergleichende Methode, mit der die Expressionsunterschiede nahezu aller im Hirn transkribierten Gene dargestellt werden können. Neben dem DEPD(r)-Verfahren stützt sich die Biofrontera auf eine leistungsstarke Bioinformatik, auf eine schnelle und effiziente Genklonierung und auf eine flexible HTS (high-troughput screening assay)-Technologie für die Identifizierung seltener Wirkortziele. Mit dieser Technologieplattform beabsichtigt die Biofrontera, therapeutische Strategien zu entwickeln, die die Progression neuropathologischer Prozesse bei Gehirnerkrankungen aufhalten.

Janssen Pharmaceutica NV ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Johnson&Johnson, einem der weltweit erfolgreichsten und größten Life-Science Unternehmen. In Europa bekannt unter der Firmenbezeichnung Janssen-Cilag, kann Janssen auf eine lange Erfolgsgeschichte in der Entwicklung und Vermarktung von Therapien im Bereich neurologischer Erkrankungen zurückblicken. Dazu zählen Haldol(tm) (Haloperidol), das weltweit meist verschriebene Antipsychotikum, Risperdal(tm) (Risperidon), das weltweit am häufigsten verschriebene atypische Antipsychotikum und neuerdings Reminyl(tm) (Galantamin), ein Therapeutikum gegen die leichte bis mittelschwere Alzheimer’sche Erkrankung. Zudem hat sich Janssen auf die Behandlung von Schmerz, Pilzinfektionen und von gastrointestinalen Beschwerden spezialisiert.

Dr. Peter Engels | ots
Weitere Informationen:
http://www.biofrontera.de
http://www.janssen-cilag.com

Weitere Berichte zu: Galantamin Reminyl Rezeptor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Allergieforschung: Weltweit erstes automatisches Pollennetz in Bayern am Start
28.09.2016 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Maßgeschneiderte Strategie gegen Glioblastome
26.09.2016 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: First-Ever 3D Printed Excavator Project Advances Large-Scale Additive Manufacturing R&D

Heavy construction machinery is the focus of Oak Ridge National Laboratory’s latest advance in additive manufacturing research. With industry partners and university students, ORNL researchers are designing and producing the world’s first 3D printed excavator, a prototype that will leverage large-scale AM technologies and explore the feasibility of printing with metal alloys.

Increasing the size and speed of metal-based 3D printing techniques, using low-cost alloys like steel and aluminum, could create new industrial applications...

Im Focus: Zielsichere Roboter im Mikromaßstab

Dank einer halbseitigen Beschichtung mit Kohlenstoff lassen sich Mikroschwimmer durch Licht antreiben und steuern

Manche Bakterien zieht es zum Licht, andere in die Dunkelheit. Den einen ermöglicht dieses phototaktische Verhalten, die Sonnenenergie möglichst effizient für...

Im Focus: Experimentalphysik - Protonenstrahlung nach explosiver Vorarbeit

LMU-Physiker haben mit Nanopartikeln und Laserlicht Protonenstrahlung produziert. Sie könnte künftig neue Wege in der Strahlungsmedizin eröffnen und bei der Tumorbekämpfung helfen.

Stark gebündeltes Licht entwickelt eine enorme Kraft. Ein Team um Professor Jörg Schreiber vom Lehrstuhl für Experimentalphysik - Medizinische Physik der LMU...

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart Glasses Experience Day

30.09.2016 | Veranstaltungen

Einzug von Industrie 4.0 und Digitalisierung im Südwesten - Innovationstag der SmartFactoryKL

30.09.2016 | Veranstaltungen

"Physics of Cancer" - Forscher diskutieren über biomechanische Eigenschaften von Krebszellen

30.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Smart Glasses Experience Day

30.09.2016 | Veranstaltungsnachrichten

Materialkompetenz für den Leichtbau: Fraunhofer IMWS präsentiert neue Lösungen auf der K-Messe

30.09.2016 | Messenachrichten

Vom Rollstuhl auf das Liegerad – Mit Funktioneller Elektrostimulation zum Cybathlon

30.09.2016 | Energie und Elektrotechnik