Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebs bei Kindern: Suche nach Trends und Ursachen

27.06.2005


Kinderkrebsregister analysiert seine Daten der letzten 25 Jahre



Das Deutsche Kinderkrebsregister in Mainz erfasst seit 25 Jahren fast vollzählig die Informationen krebskranker Kinder und Jugendlicher in Deutschland. Jetzt will das Kinderkrebsregister seine Daten mit finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Krebshilfe umfassend analysieren und die Entwicklungen von Tumorerkrankungen bei Kindern in den letzten 25 Jahren aufzeigen.



Das Deutsche Kinderkrebsregister an der Universität Mainz wurde 1980 gegründet und erhebt seit Ende der 80-er Jahre die Daten aller krebskranken Kinder in Deutschland. Es hat mittlerweile Informationen über 40.000 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren erfasst. Das Deutsche Kinderkrebsregister misst, wann, wo und wie häufig in Deutschland ein Kind an einem bösartigen Tumor erkrankt. Dem Krebsregister kommt damit eine Signal- und Alarmfunktion zu: Es kann zur Aufdeckung von Krebsgefahren aber auch zur Prävention beitragen. "Darüber hinaus vermag die detaillierte Analyse auch neue Wege für die Früherkennung, Behandlung und Nachsorge von Krebserkrankungen aufzuzeigen", erklärt Dr. Peter Kaatsch, Leiter des Deutschen Kinderkrebsregisters. Die Auswertung der weltweit einzigartigen Datenfülle des Deutschen Kinderkrebsregisters ist somit sowohl medizinisch und wissenschaftlich als auch gesundheitspolitisch bedeutungsvoll. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt die umfassende Auswertung des Deutschen Kinderkrebsregisters mit fast 300.000 Euro.

Das Deutsche Kinderkrebsregister untersucht im Rahmen dieses Projektes jetzt vor allem, ob sich die Rate der Neuerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen im Laufe der letzten 25 Jahre verändert hat. Darüber hinaus prüfen die Wissenschaftler, ob Krebs bei Kindern in einzelnen deutschen Regionen häufiger vorkommt als in anderen. Auch die in den letzten Jahrzehnten deutlich verbesserten Heilungschancen krebskranker Kinder sollen wissenschaftlich näher untersucht und beschrieben werden.

Innerhalb Europas und Amerikas erkranken unterschiedlich viele Kinder an Krebs. Auch ihre Heilungschancen unterscheiden sich von Land zu Land. Um den Ursachen hierfür auf den Grund zu gehen, werden die Ergebnisse aus Mainz mit denen anderer Länder verglichen. Die Wissenschaftler wollen mögliche, auf Deutschland bezogene Unterschiede herausarbeiten sowie die Daten mit internationalen Forschergruppen austauschen und diskutieren. "So werden die neuen Erkenntnisse auch international von hoher Relevanz sein", betont Dr. Kaatsch.

Das Deutsche Kinderkrebsregister ist bestes Beispiel für eine Krebsregistrierung, die seit vielen Jahren gut funktioniert und erfolgreich umgesetzt wird - im Gegensatz zur Krebsregistrierung bei Erwachsenen: Obwohl alle Bundesländer seit 1999 gesetzlich verpflichtet sind, bevölkerungsbezogene Krebsregister einzurichten, ist die Umsetzung noch nicht in allen Bundesländern adäquat erfolgt. Der Grund: Die Meldepflicht wurde nicht generell eingeführt und die Ausgestaltung wird unterschiedlich gehandhabt. Die Deutsche Krebshilfe ruft alle Bundesländer dazu auf, der Krebsregistrierung eine hohe Priorität einzuräumen.

Einen großen Erfolg verzeichnet die Deutsche Krebshilfe dabei in Nordrhein-Westfalen: Ab dem 1. Juni 2005 werden Krebserkrankungen in diesem Bundesland in einem landesweiten Krebsregister erfasst. Die Deutsche Krebshilfe stellt für das Krebsregister Nordrhein-Westfalen insgesamt 3,2 Millionen Euro bereit auch mit dem Ziel, die zwingend notwendige Verbesserung der Krebs-Epidemiologie in der gesamten Bundesrepublik zu erreichen.

Interviewpartner auf Anfrage!

Infokasten: Krebs bei Kindern

In Deutschland erkranken jedes Jahr 1.800 Kinder unter 15 Jahren neu an Krebs. In dieser Altersgruppe ist Krebs besonders bösartig: Die Tumorzellen vervielfachen sich rasend schnell. Am häufigsten werden Leukämien (Blutkrebs), Tumoren des Gehirns und des Rückenmarks sowie Lymphknotenkrebs diagnostiziert. Etwa 90 Prozent aller krebskranken Kinder werden nach bundesweit einheitlichen Konzepten untersucht und behandelt. Die Deutsche Krebshilfe finanziert fast alle derzeit in Deutschland laufenden Therapiestudien bei Kindern. Die Erfolge stetig verbesserter Behandlungskonzepte sind beeindruckend: Kam die Diagnose Leukämie bei einem Kind noch vor drei Jahrzehnten einem Todesurteil gleich, überleben heute fast 80 Prozent der kleinen Patienten diese Erkrankung.

Projekt-Nr.: 106259

Dr. med. Eva M. Kalbheim | idw
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

Weitere Berichte zu: Kinderkrebsregister Krebsregister Leukämie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise