Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Resistenz-Gefahr bei neuem Malariamedikament

07.06.2005


Bereits eine winzige Veränderung kann eine Resistenz auslösen



Eine winzige Veränderung könnte dazu führen, dass der Malariaparasit gegen das neueste Medikament resistent wird. In Artemisinine wurden große Hoffnungen gesetzt, da sie erfolgreich waren, wo andere Medikamente versagten. Wissenschafter der St George’s University of London haben jetzt nachgewiesen, dass ein Proteinbestandteil kontrollieren kann, ob der Parasit auf Artemisinine reagiert oder resistent ist. Die Forscher gehen in Nature Structural and Molecular Biology davon aus, dass ihre Ergebnisse einen Beitrag zur Entwicklung neuer Medikamente leisten können. Über 500 Mio. Menschen sind jährlich von einer Malariaerkrankung betroffen. Mehr als zwei Mio. Menschen sterben in der Folge.



Das Team wies nach, dass die Wirkung von Artemisininen auf der Störung der Aktivität des Proteins PfATP6 beruht. Dieses Protein soll die Menge von Kalzium kontrollieren, die in den Zellen des Malariaparasiten vorhanden ist. Die Zellen benötigen diese Kalziumtransporter für die Steuerung ihrer molekularen Motoren. Artemisinine verhindern, dass die Transporter ihrer Aufgabe nachkommen. Das bedeutet, dass die Kalziummenge aufgrund der fehlenden Regulierung ansteigt. Die Zelle stirbt in der Folge. Jetzt zeigte sich, dass bereits die Veränderung eines Bestandteils oder einer Aminosäure im Protein ausreicht, damit das Artemisinin wirkungslos wird. Die Forscher müssen in der Folge weitere Untersuchungen durchführen, um nachzuvollziehen, ob der gleiche Effekt bei der Untersuchung des gesamten Parasiten nachgewiesen werden kann.

Der leitende Wissenschafter Sanjeev Krishna erklärte, dass diese Beobachtungen extrem Besorgnis erregend seien. "Wir haben wirklich Glück gehabt, dass wir bisher noch keine Artemisininresistenzen bei Malariaparasiten beobachtet haben." Die Geschichte anderer Medikamente gegen Malaria zeige, dass das Entstehen einer Resistenz bei einem groß angelegten Einsatz von Artemisininen sehr wahrscheinlich sei. Zumindest gebe es jetzt einen Punkt mehr, der bei Parasiten beobachtet werden solle. Zusätzlich bestehe ein dringender Bedarf an neuen Medikamenten. Bei den ersten Anzeichen einer Artemisininresistenz sollten Wissenschafter so rasch wie möglich entsprechende Maßnahmen treffen. Dafür könne es laut BBC erforderlich sein, neben Artemisininen auch andere Medikamente einzusetzen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sgul.ac.uk
http://www.nature.com/nsmb

Weitere Berichte zu: Artemisinin Malariaparasit Parasit Protein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise