Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Antikörper-Therapie kann Frauen mit Brustkrebs frühzeitig helfen

07.06.2005


Problem: Medikament ist noch nicht zugelassen



Bei einem Fünftel aller neu erkrankten Frauen mit Brustkrebs und Lymphknotenbefall ist das Onkogen HER2 nachweisbar und diese Patientinnen profitieren von einer Therapie mit dem Antikörper Trastuzumab (Herceptin) - das zeigen drei große internationale Studien, die Mitte Mai auf dem amerikanischen Kongress für klinische Onkologie (ASCO) in Orlando, Florida, vorgestellt wurden. Für die Ärztinnen und Ärzte des Brustzentrums und des Tumorzentrums der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat das gravierende Konsequenzen. "Wir können den Frauen die neue, aber sehr teure Therapie aus ethischen Gründen nicht vorenthalten, obwohl Trastuzumab für diese Anwendung in Deutschland noch nicht zugelassen ist", sagt Privatdozent Dr. Hans-Joachim Lück vom MHH-Brustzentrum. In Deutschland müssten nach seiner Ansicht etwa 10.000 Frauen pro Jahr diese neue Therapie erhalten. Der Antikörper ist bisher nur beim fortgeschrittenen Brustkrebs (Mammakarzinom) mit Fernmetastasen zugelassen.



In den Studien setzten Mediziner den Antikörper Trastuzumab in Kombination mit einer Chemotherapie beziehungsweise im Anschluss an eine Chemotherapie ein. In den Tumoren der Frauen musste das Onkogen HER2 nachweisbar sein, das mit einer höheren Aggressivität des Tumors einhergeht. Für die erste Analyse wurden die Daten zweier amerikanischer Studien mit insgesamt 3.351 Patientinnen gemeinsam ausgewertet. Parallel lief die internationale HERA-Studie mit insgesamt 3.387 untersuchten Frauen. "Beide Analysen zeigen einen eindeutigen Vorteil für die zusätzlich mit Trastuzumab behandelte Gruppe", sagt Professor Dr. Arnold Ganser, Leiter des MHH-Tumorzentrums und Direktor der MHH-Abteilung Hämatologie, Hämostaseologie und Onkologie. Die Betroffenen überlebten ihre Krankheit deutlich länger: Die Wahrscheinlichkeit, dass nach vier Jahren die Erkrankung nicht wieder aufgetreten war, betrug in der Gruppe mit der Antikörpertherapie 85 Prozent, in der Kontrollgruppe nur 67 Prozent. Waren nach vier Jahren in der Kontrollgruppe bereits 13 Prozent an der Erkrankung verstorben, so betrug der Anteil bei den Frauen, die mit Trastuzumab behandelt worden waren, nur neun Prozent. "Auf dem amerikanischen Krebskongress wurde deshalb die Kombination aus Chemotherapie und Antikörper als Goldstandard bei Patientinnen mit HER2-positiven Mammakarzinom festgelegt", sagt Dr. Lück.

Weitere Informationen geben gern Privatdozent Dr. Hans-Joachim Lück, MHH-Brustzentrum, Telefon: (0511) 532-9566, E-Mail: lueck.hans-joachim@mh-hannover.de, und Professor Dr. Arnold Ganser, MHH-Tumorzentrum, Telefon: (0511) 532-3020, E-Mail: ganser.arnold@mh-hannover.de.

ACHTUNG TERMIN für interessierte Journalistinnen und Journalisten: Aktuelles vom Amerikanischen Krebskongress ASCO 2005 - am Mittwoch, 8. Juni 2005, 16 bis 18.30 Uhr, Hörsaal M, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Klinisches Lehrgebäude (J 1), Carl-Neuberg-Straße 1. Ärztinnen und Ärzte der MHH stellen ihren Kollegen wichtige Ergebnisse und neue Therapien

Dr. Arnd Schweitzer | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Berichte zu: Antikörper Brustkrebs Chemotherapie MHH Trastuzumab

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist
30.03.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE