Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mirkoben und Botenstoffe bei chronischen Darmerkrankungen

07.06.2005


Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa nehmen weltweit zu. Allein in Deutschland wird die Zahl der betroffenen Patienten auf rund 300.000 geschätzt. Für ein Forschungsvorhaben, von dem sich Experten wichtige Informationen über die Entstehung dieser in Schüben verlaufenden und insbesondere mit häufigen Durchfällen, starken Bauchschmerzen und allgemeiner Erschöpfung einhergehenden Leiden versprechen, wurde der münstersche Mediziner Dr. Jan Heidemann mit dem Ludwig-Demling-Forschungspreis 2005 ausgezeichnet. Der Mitarbeiter der Medizinischen Klinik B des Universitätsklinikums Münster (UKM) erhielt den mit 25.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Morbus Crohn / Colitis ulcerosa in Bochum.



Das prämierte Forschungsprojekt des Preisträgers befasst sich mit der Aktivierung bestimmter entzündungsfördernder Botenstoffe in den kleinen Blutgefäßen der Darmwand und deren Rolle bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Neuere Forschungen konnten nämlich zeigen, dass die Unterbrechung einer intakten Darmschleimhaut-Barriere von zentraler Bedeutung für die Entstehung einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung ist. Denn in diesem Fall können sich ansonsten nur im Darminnern befindliche Mikroben, wie zum Beispiel Bakterien, Pilze oder Viren, in den tieferen Schichten der Darmschleimhaut ausbreiten und dort eine starke Abwehrreaktion hervorrufen. Dabei wandern Entzündungszellen aus den kleinen Blutgefäßen in die Darmwand aus, um die eingedrungenen Keime zu bekämpfen.



In seinem Forschungsprojekt will Heidemann untersuchen, welche Bestandteile der Mikroben die Gefäßwandzellen der Darmschleimhaut, die so genannten Endothelzellen, so beeinflussen, dass besonders viele Entzündungszellen auf den Plan gerufen werden. Darüber hinaus will er klären, durch welche dieser Bestandteile die Endothelzellen die mikrobiellen Eindringlinge als fremd erkennen und entsprechende Botenstoffe herstellen.

Der von der Falk Foundation e.V. (Freiburg) gestiftete Preis erinnert an den1995 verstorbenen Arzt Professor Dr. Ludwig Demling, der als einer der führenden Experten für Erkrankungen der Verdauungsorgane galt. Die Auszeichnung wird jährlich verliehen
und soll durch Förderung entsprechender Forschungsprojekte zu einem besseren Verständnis der Ursachen chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen beitragen.

Jutta Reising | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/
http://www.klinikum.uni-muenster.de/institute/medb/

Weitere Berichte zu: Botenstoff Darmerkrankung Darmschleimhaut Mikrobe Morbus Crohn

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie