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Hochspannungsleitungen als Leukämieauslöser

03.06.2005


Das Leben neben dem Mast erhöht das Krebsrisiko bei Kindern um bis zu 70 Prozent



In der unmittelbaren Umgebung von Hochspannungsmasten zu leben führt bei Kindern möglicherweise zu einem erhöhten Risiko an Leukämie zu erkranken. Denn laut jüngsten Forschungsergebnissen der University of Oxford haben Kinder, die im Umkreis von 200 Meter zu einem Hochspannungsmasten wohnen, ein 70 Prozent höheres Erkrankungsrisiko. Von Geburt an neben einem Mast zu leben könnte demnach für fünf zusätzliche Fälle von Kinderleukämie verantwortlich sein. Das Risiko verringert sich ab einem Umkreis von 600 Metern und mehr. Warum dieses Phänomen jedoch auftritt können die Forscher nicht schlüssig erklären. Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe des British Medical Journal nachzulesen.

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Die Forscher analysierten Daten von mehr als 29.000 Kindern aus England und Wales, die im Zeitraum zwischen 1962 und 1995 geboren wurden und von denen 9.700 an Krebs erkrankten. Die Daten wurden mit einer Kontrollgruppe gesunder Kinder verglichen. Die Forscher maßen die Distanzen vom jeweiligen Haus der Kinder bis zum nächsten Hochspannungsmasten. Dabei konnten sie feststellen, dass 64 Kinder, die an Leukämie erkrankt waren, innerhalb von 200 Metern eines Sendemasts lebten. 258 leukämiekranke Kinder wohnten in der Entfernung von 200 bis 600 Metern.

Jene Kinder, die im Umkreis von 200 Metern lebten, hatten ein 70 Prozent höheres Risiko an Leukämie zu erkranken als jene Kinder, die 600 Meter und weiter entfernt lebten. Bei einer Distanz von 200 bis 600 Metern betrug das Risiko 20 Prozent.

Obwohl die Forscher klar die steigende Zahl der Leukämieerkrankungen erkennen konnten, haben sie dafür jedoch keine Erklärung. Denn Leukämie kann durch ein komplexes Zusammenwirken verschiedener Gegebenheiten, wie Genetik, Immunsystemserkrankungen, Infektionen oder Bestrahlung ausgelöst werden. "Es gibt keine feststellbaren biologischen Gründe, welche die Untersuchungsergebnisse untermauern. Möglicherweise ist die erhöhte Leukämiekumulation in diesen Regionen nur zufällig. Es könnte jedoch auch sein, dass die Umgebung, in der die Masten gebaut sind, in Zusammenhang mit der erhöhten Krebsrate steht oder einfach nur die genetische Veranlagung der Kinder dafür verantwortlich ist", erklärte Studienleiter Gerald Draper.

Die Ergebnisse der Studie lassen jedoch wieder die Diskussion in der Wissenschaft aufflammen, ob es sicher ist in der Nähe von Hochspannungsleitungen zu wohnen. Denn frühere Forschungsergebnisse geben Hinweise darauf, dass elektromagnetische Felder krebsauslösend wirken. Die Experten warnen jedoch vor einer Panikmache, denn selbst wenn sich die jüngsten Ergebnisse bestätigen, so liegt die Zahl der tatsächlich durch Masten ausgelösten Leukämieerkrankungen bei nur einem Prozent.

Evelyn Lengauer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ox.ac.uk
http://www.bmj.com

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