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Neue Perspektiven für die Krebsfrüherkennung

01.06.2005


Die Erforschung neuer licht-basierter Methoden zur Krebsfrüherkennung ist das Ziel neuartiger Messungen am Institut für Klinische Radiologie des Universitätsklinikums Münster (UKM). Ermöglicht werden diese einzigartigen Untersuchungen durch einen so genannten Fluoreszenz-Tomographen, der den münsterschen Wissenschaftlern von der Sibylle-Hahne-Stiftung zur Verfügung gestellt wurde. Die Stiftung mit Sitz in Datteln finanzierte die Anschaffung eines von weltweit vier Prototypen dieses Tomographen, dessen Listenpreis bei umgerechnet rund 140.000 Euro liegt.



"Bei unserer Arbeit steht insbesondere die Entwicklung von Kontrastmitteln im Vordergrund, die sehr spezifisch verschiedene Krebsarten ’anfärben’ und lediglich über die Einstrahlung von Licht im Nahinfrarot-Bereich sichtbar gemacht werden", erklärt Privatdozent Dr. Christoph Bremer, der am Institut für Klinische Radiologie die Arbeitsgruppe "Molekulare Bildgebung zur Tumordiagnostik" leitet. Weitere Geräte dieser Art sind ausschließlich in den USA (beispielsweise an der Havard Medical School in Boston) und bei verschiedenen großen Pharmaunternehmen aufgestellt. "Die Technologie des Fluoreszenz-Tomographen (FMT) erlaubt unserer Arbeitsgruppe, in der zirka zehn Mitarbeiter tätig sind und wichtige Entwicklungsarbeit leisten, eine dreidimensionale und quantitative Rekonstruktion der Signale neuer Fluoreszenzkontrastmittel und somit eine exakte Beurteilung deren Wirkungsweise", beschreibt Bremer die neuen Möglichkeiten. Wie er betont, entsteht im Zeitalter der Entschlüsselung des menschlichen Genoms ("Human Genome Projekt") ein dramatischer Wissenszuwachs an molekularen Informationen über Funktion und Dysfunktion des menschlichen Körpers. Insbesondere auf dem Gebiet der Krebsentstehung sind in den letzten Jahrzehnten viele molekularbiologische Ursachen und Zusammenhänge aufgeklärt worden, was zur Entwicklung neuer Behandlungsansätze geführt hat.



Eine Anwendung der optischen Bildgebung ist für Bremer mittel- bis langfristig am ehesten im Bereich der Brustkrebsdiagnostik denkbar. Erste klinische Daten haben bereits die Machbarkeit einer optischen Schnittbilduntersuchung der Brust mit Hilfe der so genannten Diffusen Optischen Tomographie (DOT) bewiesen. Aber auch die Untersuchung von Weichteil- oder Lungentumoren ist mit dieser Technologie prinzipiell möglich. Weitere Anwendungen ergeben sich durch eine Kombination dieser Technologie mit endoskopischen oder chirurgischen diagnostischen Verfahren.

Bei der offiziellen Übergabe des Gerätes demonstrierte Bremer den Mitgliedern des Kuratoriums der Sibylle-Hahne-Stiftung, namentlich Henning-Michael Lenz, Hartmut F. Salle und Wolfgang Wuthold, im Beisein von Institutsdirektor Prof. Dr. Walter Heindel und Prof. Dr. Wolfgang E. Berdel, dem Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Westfälischen Wilhelms-Universität, die Arbeitsweise des Fluoreszenztomographen.

Die Sibylle-Hahne-Stiftung hatte darüber hinaus im Januar ihre beiden ersten an der Universität installierten und mit jeweils 15. 000 Euro dotierten Förderpreise für herausragende Leistungen auf naturwissenschaftlichem und geisteswissenschaftlichem Gebiet verliehen. Arbeitsschwerpunkte der in Datteln im Jahre 2002 von Unternehmerin Sibylle Hahne ins Leben gerufenen Stiftung sind die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung sowie die Unterstützung von Menschen, die in Folge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen sind - hier insbesondere im Bereich der Alterskrankheiten und Altenbetreuung.

Jutta Reising | idw
Weitere Informationen:
http://www.radiologie-ms.de/

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