Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lebensqualität nach schwerem Unfall

31.05.2005


Berufstätige haben bessere Chancen



Verbesserte Behandlungsstrategien am Unfallort und in der Klinik sowie viele Maßnahmen der Unfallverhütung konnten die Überlebensrate in den letzten Jahren deutlich erhöhen. Bisher kaum untersucht ist, wie es den Patienten nach Rückkehr ins häusliche Umfeld, in ihr Sozial- und ihr Berufsleben ergeht. Erstmals konnten nun in einer systematischen Nachuntersuchung, die von Dr. Eva Berger an der Biochemischen und Experimentellen Abteilung der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln durchgeführt wurde, zu verschiedenen Zeitpunkten bis zu sechs Jahren zuverlässige Daten zur körperlichen, psychischen und sozialen Wiederherstellung sowie zur beruflichen Reintegration von Unfallopfern gewonnen und analysiert werden.

... mehr zu:
»Depression »Trauma


Ein Hauptergebnis der Studie war, dass Unfallopfer im Vergleich zur Normalbevölkerung gleichen Alters bis zu sechs Jahren nach dem Unfall eine deutlich schlechtere Lebensqualität aufweisen. Bei den körperlichen Beschwerden sind dies vor allem Schmerzen (bis 40 Prozent), bei den psychischen Parametern sind es bei fast einem Viertel der Patienten Ängste und Depressionen.

Angst und Depressionen stehen dabei in engem Zusammenhang. Die Gruppe der ängstlichen Patienten sind auch vermehrt depressiv und umgekehrt. Auch bezüglich der sozialen Reintegration und der Funktionsfähigkeit liegen diese Patienten unterhalb der Norm. Die psychosozialen Aspekte der Wiedereingliederung spielen im Langzeitverlauf nach zwei Jahren und länger eine zunehmende Bedeutung für schwer verunfallte Personen, besonders dann, wenn sich die körperlichen Beeinträchtigungen manifestiert haben und es wenig Hoffnung auf Verbesserung gibt. Es ist sogar ab vier Jahre nach dem Trauma davon auszugehen, dass die Beeinträchtigungen an Extremitäten sich aufgrund von mehrjährigen Verschleißerscheinungen und chronischen Fehlbelastungen wieder verschlechtern und erneute Behandlungen erforderlich werden.

Trotz ernsthafter, körperlicher und psychosozialer Folgen steigert ein rascher Wiedereinstieg ins Berufsleben die allgemeine Lebensqualität der Unfallopfer, stellt die Dr. Berger fest. So litten ein Jahr nach dem Trauma die berufstätigen Patienten seltener unter Ängstlichkeit, Schmerzen und Depressionen als diejenigen, die die Arbeit nicht wieder aufnehmen konnten. Dabei waren die beruflich Reintegrierten zwar jünger und kürzere Zeit durch die Beschwerden ans Bett gefesselt, mussten sich doch im Durchschnitt von einer ernsteren Verletzung erholen. Auf dem Weg zurück ins Arbeitsleben erhielten sie häufiger Unterstützung durch einen festen Partner.

Dr. Berger betont, dass durch eine längere psychosoziale Betreuung die Reintegration der Unfallopfer erleichtert werden kann. Den Betroffenen sollte deshalb nicht nur in der akuten Phase direkt nach dem Unfall, sondern je nach individueller Problematik bis zu vier Jahre nach dem Trauma eine Unterstützung angeboten werden.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Professor Dr. E. Neugebauer unter der Telefonnummer 0221/989570, der Fax-Nummer 0221/9895730 und der Emailadresse sekretariat-neugebauer@uni-koeln.de zur Verfügung.

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de/pi/.

Weitere Berichte zu: Depression Trauma

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie