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Neuer Impfstoff gegen die Pest im Tierversuch erfolgreich

18.05.2005



Protein Flagellin für die Wirksamkeit entscheidend

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Wissenschafter der Wake Forest University haben einen Kombinationsimpfstoff gegen die tödlichste Form der Pest entwickelt. Tests an Mäusen wurden erfolgreich abgeschlossen. Das Team ist zuversichtlich, dass der Impfstoff auch beim Menschen wirksam sein wird. Die Pest forderte im Mittelalter in Europa eine große Anzahl von Opfern. Heute gehen die Befürchtungen dahin, dass es zu einem Einsatz als Biowaffe kommen könnte. In den Ländern der Dritten Welt kommt es heute immer wieder zu sporadischen Ausbrüchen der Pest. Zuletzt wurden Erkrankungen aus Indien und Madagaskar gemeldet. Die Details der Forschungsergebnisse wurden der American Gastroenterological Association präsentiert. Der leitende Wissenschafter Steven Mizel erklärte gegenüber BBC News, dass diese Ergebnisse über ein großes Potenzial auch bei ganz anderen Impfstoffen verfügten. Denkbar sei zum Beispiel die Verbesserung der Wirksamkeit von Impfstoffen gegen Grippe und Lungenentzündung bei älteren Menschen.

Lungenpest tritt auf, wenn ein Individuum die Bakterie Yersinia pestis einatmet. Ohne entsprechende Behandlung stirbt das Opfer innerhalb von drei bis vier Tagen. Die mit dem neuen Impfstoff immunisierten Mäuse überlebten eine tödliche Menge der Bakterie und blieben für mindestens drei weitere Monate geschützt. Zunächst injizierten die Wissenschafter ein Protein der Pestbakterie einer Maus. Das Immunsystem des Tieres wurde dadurch nicht ausreichend aktiviert. Erst als das Protein Flagellin hinzugefügt wurde, begann das Immunsystem Antikörper auf einem um 500.000 Mal so hohem Niveau zu produzieren. Tests mit Affen zeigten ebenfalls, dass der Impfstoff von Tieren gut vertragen wird. In einem nächsten Schritt wird zu untersuchen sein, ob die Tiere wirksam gegen die Pest geschützt sind. Sollte das der Fall sein, hofft man mit Studien mit Menschen beginnen zu können.


Flagellin wird den peitschenähnlichen Fortsätzen entnommen, die manche Bakterien Fortbewegung in ihrem Umfeld einsetzen. Die Wissenschafter waren besorgt, dass dieser Umstand dazu führen könnte, dass Tiere, die zuvor einer anderen bakteriellen Infektion ausgesetzt waren, Antikörper gegen die Wirkung des Proteins produzieren könnten. Es zeigte sich jedoch, dass das Vorhandensein von derartigen Antikörpern die Wirksamkeit des Impfstoffes nicht verringerte. Diese Ergebnisse legten nahe, dass Flagellin immer wieder bei den verschiedensten Impfstoffen eingesetzt werden könnte, ohne dass seine Fähigkeit zum Auslösen einer Immunreaktion verloren geht. Ein weiterer Vorteil des neuen Impfstoffes besteht in seiner Hitzebeständigkeit. Eine gekühlte Lagerung ist daher nicht erforderlich. Bereits wenige Tropfen in der Nase sollen einen ausreichenden Schutz gewährleisten. Eine Verabreichung mittels Injektion ist daher ebenfalls nicht notwendig.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.wfu.edu
http://www.gastro.org

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