Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zerstörung von Krebsgewebe

17.05.2005


Prinzip der spezifischen vaskulären Okklusion von Tumorgefäßen


Gezielter Verschluss von Tumorgefäßen

... mehr zu:
»Protein »Tumorgefäß

Forscher der Universität zu Köln haben maßgeschneiderte Proteine entwickelt, die gezielt Tumorgefäße verschließen und damit Krebstumoren aushungern. Der neue Ansatz beruht auf dem spezifischen Verschluss von Tumorgefäßen, wobei das Gerinnungssystem des Körpers angeregt wird. Die von Dr. Claudia Gottstein geleitete Forschergruppe hat mehrere Fusionsproteine hergestellt, die aus einem Antikörperfragment bestehen, das an Tumorgefäße bindet und aus einem Protein, das nach Bindung an Gefäßoberflächen die Gerinnung aktiviert. Die Aktivität wurde in Mausmodellen für verschiedene Tumoren getestet. Dabei konnte durch eine einmalige intravenöse Injektion Tumorgewebe zerstört werden. In Langzeitstudien zeigte sich bei Mehrfachapplikation eine Verlangsamung des Tumorwachstums. Normale Gewebe wurden nicht beschädigt.

Krebszellen gehen urspünglich aus normalen Zellen hervor, haben aber Regulationselemente verloren, über die ihr Wachstum und ihre Weitervermehrung normalerweise vom Körper gebremst wird. Dieses ungehemmte Wachstum macht eine eigene Blutversorgung notwendig, sodass Blutgefäße entstehen, die allein für die Versorgung des Krebstumors zuständig sind und die sich von normalen Gefäßen unterscheiden. Solche Unterschiede können von Antikörpern erkannt werden. Die spezifische Hemmung oder Schädigung von Tumorgefäßen (Anti-Angiogenese) hat sich in den letzten Jahren zu einem neuen Therapiekonzept gegen Krebs etabliert. Ein Medikament, welches das Wachstum von Tumorgefäßen einschränkt, Bevacizumab (Avastin), ist im letzten Jahr in den USA und in diesem Jahr auch in Europa für die Behandlung von Darmtumoren zugelassen worden.


Die von den Kölner Medizinern beschriebene Substanzgruppe stellt eine Weiterentwicklung von gefäßverschließenden Medikamenten dar (Tumornekrosefaktor alpha kombiniert mit Chemotherapie), die bei Sarkomen und Melanomen bereits erfolgreich klinisch eingesetzt werden, aber nur lokal appliziert werden können, weil sie keinen Mechanismus einer spezifischen Bindung an Tumorgefäße enthalten. Die Ergebnisse der Studie werden am 18. Mai 2005 im Journal of the National Cancer Institute (JNCI) veröffentlicht.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Dr. Claudia Gottstein, Medizinische Klinik I, Experimentelle Onkologie und Vaskularbiologie unter der Telefonnummer 0221/478-4469; Fax: 0221/478-86381; claudia.gottstein@uni-koeln.de ; www.gottstein-lab.de zur Verfügung. Eine Abbildung ist unter www.uni-koeln.de/uni/aktuell_meld_tumor.html abrufbar.

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de/pi/.

Weitere Berichte zu: Protein Tumorgefäß

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kostformen im Vergleich: Für Menschen mit Diabetes ist die Mittelmeer-Diät besonders gut geeignet
19.01.2018 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Vielversprechender Malaria-Wirkstoff erprobt
19.01.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie