Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fruchtbare Eizellen in nur fünf Tagen

13.05.2005



Sensationeller Durchbruch lässt Fachwelt wissenschaftlichen Irrtum befürchten
Die Produktion von fruchtbaren Eizellen innerhalb von nur fünf Tagen ist nach eigenen Angaben einem Forscherteam der University of Tennessee Graduate School of Medicine gelungen. Dazu entnahmen die Experten Oberflächenzellen aus den Eierstöcken von fünf Frauen im Alter von 39 bis 52 Jahren und züchteten diese unter Beigabe von Östrogen heran. Die Ergebnisse der Studie sind in der Forschungswelt umstritten, denn bis jetzt ist es führenden Fruchtbarkeitswissenschaftern noch nicht gelungen Eizellen aus Gewebe zu generieren. Die Ergebnisse der Studie sind in dem Magazin Reproductive Biology and Endocrinology publiziert worden.



"Der Prozess ist überraschend einfach und ich hoffe, dass die Effizienz dieser Methode in weiteren Forschungsarbeiten bestätigt werden kann", erklärte Studienleiter Antonin Bukovsky. Bukovsky denkt, dass die Oberflächenzellen quasi Vorläuferzellen sind, die eine unlimitierte Quelle sind für das Heranzüchten von Eizellen und jenen Zellen, die sie nähren und Follikel bilden. Ganz anderer Meinung ist Jonathan Tilly vom Massachusetts General Hospital in Boston, der selbst auf dem Gebiet der Produktion von Eizellen aus Vorläuferzellen forscht. Er nimmt an, dass bei der Entnahme der Oberflächenzellen versehentlich auch reife Eizellen entnommen wurden, die direkt unterhalb der Oberfläche eingelagert sind. Bokovsky kontert, dass wenn dies geschehen wäre, die Zellen bereits nach einigen Tagen sichtbar geworden wären.

Zudem zeigt sich Tilly überrascht, dass das Heranzüchten von Oberflächenzellen mit Östrogen der initiierende Auslösefaktor für den Bildungsprozess von Eizellen sei. Denn in der Eierstockkrebsforschung wird diese Technik bereits seit Jahren praktiziert und bisher wurden noch von keinem Forscher plötzlich Eizellen entdeckt, so der Experte. "Ich denke nicht, dass diese Forschungsergebnisse valide sind. Zudem fürchte ich, dass bei betroffenen Patienten falsche Hoffnungen geweckt werden", erklärte Tilly. Der Experte wirft auch die Frage auf, warum derartig bahnbrechende Entdeckungen nur in dem von Buchovsky herausgegeben und eher unbedeutenden Fachblatt publiziert wurden.

Evelyn Lengauer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mgh.harvard.edu
http://www.rbej.com/home/

Weitere Berichte zu: Eizelle Oberflächenzelle Vorläuferzelle Östrogen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Einem neuen, effektiven Fertigungsverfahren auf der Spur

23.01.2017 | Förderungen Preise

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung