Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kontaktekzeme - die häufigsten Allergien der Haut - Weltweit größte Datenbank in Göttingen

09.08.2001


Weltweit größte Datenbank zur Kontaktallergie an der Uni Göttingen - Bereich Humanmedizin


5,7 Millionen Deutsche, das sind sieben Prozent der Bevölkerung, erkranken jährlich an einem allergischen Kontaktekzem. 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung sind gegen Stoffe des täglichen Bedarfs, mit denen die Haut in Berührung kommt, sensibilisiert. Bei diesen kann jeder Kontakt erneut zum Ausbruch der Krankheit führen. Prävention steht deshalb beim Thema "Kontaktekzem" an erster Stelle: "Im Gegensatz zu anderen allergischen Erkrankungen, wie zum Beispiel dem Heuschnupfen, wird die Kontaktallergie nicht durch eine besondere Erbanlage gefördert, sondern kann einfach durch Ausschaltung des schädlichen Stoffes vermieden werden", sagt Privatdozent Dr. Axel Schnuch von der Abteilung Dermatologie und Venerologie des Bereichs Humanmedizin und Leiter des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK).

Die Zentrale des IVDK, eines Datenverbundes von 40 Hautkliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz, ist an der Universitätshautklinik Göttingen eingerichtet. Hier werden die Daten von über 90.000 Allergie-Patienten ausgewertet. Damit handelt es sich um die weltweit größte Datenbank auf dem Gebiet der Kontaktallergie. Allergieauslösende Stoffe (Allergene) sind zum Beispiel in Haarfarben, Deos, Pflegesalben, Textilien, Kleber und Farben enthalten. Menschen, die gegen bestimmte Stoffe sensibilisiert sind, haben eine Immunreaktion gegen ein Allergen entwickelt. Jeder erneute Kontakt mit dem Stoff kann dann immer wieder zum Ausbruch des Ekzems führen - die Krankheit wird chronisch. Für Allergiker ist es unter Umständen schwierig, den Kontakt zu einem bestimmten Allergen zu vermeiden. Ihnen ist oft nicht bekannt, dass ein Allergen in verschiedenen Produkten vorhanden sein kann. Mithilfe des großen Datenbestandes des IVDK kann man beobachten, wie sich die Bedeutung bestimmter allergieauslösender Stoffe verändert. Es können zum Beispiel folgende Fragen geklärt werden: Entwickeln zunehmend mehr Menschen eine Reaktion gegen ein bereits bekanntes Allergen wie beispielsweise Formaldehyd? Erkranken immer mehr Menschen an einem neu entdeckten Allergen, zum Beispiel einem neuen Konservierungsmittel in Kosmetika? Wenn eine solche Entwicklung durch ein Frühwarnsystem schnell erkennbar ist, besteht die Möglichkeit, einer Neu-Sensibilisierung und Erkrankung großer Bevölkerungskreise vorzubeugen.

Stoffe, deren allergieauslösende Wirkung bekannt ist, können dann verboten oder zumindest in ihrer Konzentration im jeweiligen Stoff stark abgesenkt werden. "Hier müssen sich Staat und Hersteller ihrer Verantwortung stellen - auch im Sinne des heute so propagierten Verbraucherschutzes", sagt Dr. Axel Schnuch. "Denn nur sie können einen gesundheitsschädlichen Stoff verbieten oder einfach entfernen."

Ein Beispiel: Die Rate der an Allergien gegen die "saure Dauerwelle" erkrankten Friseure und Friseurinnen konnte in kurzer Zeit von über 40 auf unter zehn Prozent abgesenkt werden, nachdem der Hersteller den Stoff vom Markt genommen hatte. Bei anderen Stoffen und Produkten stehen entsprechende Maßnahmen noch aus.

Weitere Informationen:


Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin
Abteilung Dermatologie und Venerologie
PD Dr. Axel Schnuch

Tel.: 0551/39 - 6439
E-Mail: aschnuch@med.uni-goettingen.de

Georg-August-Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Rita Wilp
Robert-Koch-Str. 42 - 37075 Göttingen
Tel.: 0551/39 - 99 55 - Fax: 0551/39 - 99 57
E-Mail: presse.medizin@med.uni-goettingen.de

Rita Wilp | idw
Weitere Informationen:
http://www.ivdk.gwdg.de

Weitere Berichte zu: Allergie Dermatologie IVDK Kontaktallergie Kontaktekzem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften