Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jeder 14. Bundesbürger leidet an Krankheitsangst - Krebserkrankungen stehen bei Ängsten an erster Stelle

03.05.2005


Psychologisches Institut bietet im Rahmen eines Forschungsprojekts umfassendes Behandlungskonzept für Betroffene mit Hypochondrie



Ungefähr 7 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden an Krankheitsangst, in schwerer Ausprägung auch Hypochondrie genannt, ergaben Untersuchungen am Psychologischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. "Die Betroffenen sind in Gedanken oft bei ihrem Körper", erklärte Dr. Gaby Bleichhardt, stellvertretende Leiterin der Poliklinischen Institutsambulanz für Psychotherapie. "Sie prüfen häufig, ob es ihrem Körper gerade gut geht oder ob unangenehme Empfindungen auftreten. Sie gehen auch häufiger zum Arzt, um abklären zu lassen, ob sie gesund sind." Die Poliklinische Institutsambulanz bietet in Zusammenarbeit mit dem Psychologischen Institut Menschen mit Krankheitsangst seit Dezember 2004 ein umfassendes Behandlungskonzept an. Die ersten Erfahrungen zeigen nach Darstellung von Dr. Bleichhardt sehr positive Resultate.

... mehr zu:
»Krankheitsangst


Krankheitsangst oder Hypochondrie bezeichnet die Angst, unter einer oder mehreren Krankheiten zu leiden. Jeder Mensch hat mehr oder weniger Krankheitsangst. Menschen mit viel Krankheitsangst leiden unter einer ausgeprägten Angst oder Überzeugung, eine ernsthafte Krankheit zu haben. "Die meisten Betroffenen befürchten an Krebs erkrankt zu sein, wobei meistens eine ganz spezifische Krebsart, zum Beispiel Darmkrebs, genannt wird", erläutert Dr. Bleichhardt. Auch andere schwere Erkrankungen, wie AIDS oder Alzheimer, sind Gegenstand der Krankheitsangst, außerdem treten "Modeerscheinungen" wie die SARS-Ängste auf. Den Betroffenen fällt es dann oft schwer, sich von den Gedanken an diese Krankheit zu lösen. Viele fühlen sich von den Ängsten gefangen genommen.

Oft gelingt es nur durch wiederholte Arztbesuche, Suche in der Fachliteratur oder die Einbindung anderer Personen eine Erleichterung zu erfahren. Meist ist diese Erleichterung jedoch nicht von Dauer. Die Poliklinische Institutsambulanz bietet im Rahmen eines Forschungsprojekts Betroffenen mit Krankheitsangst ein umfassendes Behandlungsangebot, das ihnen helfen soll, sich von den Ängsten zu lösen. Bei dieser kognitiven Verhaltenstherapie wird versucht, sowohl Gedanken als auch Verhalten eine andere Richtung zu geben. Gedanken rund um die Krankheitsangst sollen bewusst gemacht und möglichst aufgelöst werden. Bei den Verhaltensänderungen wird beispielsweise versucht, die Betroffenen zu regelmäßigen Arztbesuchen anzuhalten, während sie gleichzeitig die ständige Selbstkontrolle des Körpers unterlassen. Betroffene, die sich für das Behandlungskonzept interessieren, können sich mit Fragen oder für ein klärendes Vorgespräch an Dr. Bleichhardt wenden.

Kontakt und Informationen:
Dr. Gaby Bleichhardt
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Psychologisches Institut
Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie
Tel. 06131 39-23707
Fax 06131 39-24623
E-Mail: bleichha@uni-mainz.de

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinische-psychologie-mainz.de/subsites/institutsambulanz/Krankheitsangst/krankheitsangst.htm

Weitere Berichte zu: Krankheitsangst

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie