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Gefährliche Lungenkrankheit trifft pazifische Kinder

29.04.2005



Neuseeland: Maori-Kinder sind fünf Mal häufiger betroffen


Gesundheitsbehörden der größten neuseeländischen Stadt Auckland sind über einen Ausbruch der gefährlichen Lungenkrankheit Bronchiektase (auch BX genannt) unter polynesischen Kindern besorgt. Maori-Kinder erkranken fünf Mal häufiger an BX als Weiße. Von den derzeit 140 im Starship Childrens Health Krankenhaus behandelten Kindern sind nur vier Weiße, berichtet der New Zealand Herald.

Die Gesundheitsbehörden sind in Alarmbereitschaft, da die Erkrankungsrate von BX bei etwa eins zu 3.000 liegt. Unter Bronchiektasen verstehen die Mediziner Bronchialerweiterungen, die örtlich begrenzt oder auf mehrere Lungenbezirke ausgedehnt sein können und zylinder- oder sackförmige (zystische) Formen annehmen. Die Erweiterung der Bronchien erschwert die Entleerung des Bronchialsekretes, welches dadurch vermehrt Infektionen begünstigt. Durch Impfungen, Antibiotikatherapie und den Rückgang der Tuberkulose sind schwere Formen der Bronchiektasie selten geworden. Allerdings ist inzwischen wieder eine Zunahme der Erkrankungen insbesondere bei Asylbewerbern und Immigranten zu verzeichnen. In anderen Ländern wie zum Beispiel Neuseeland, Nigeria, Australien, Indien, Polynesien und Alaska ist das Krankheitsbild nach wie vor weit verbreitet, berichtet Medicine Worldwide. Dennoch ist unter den Weißen in Neuseeland nur jedes 3.000ste Kind betroffen, unter der polynesischen Ureinwohnern liegt diese Rate aber bei etwa 625.


Die wichtigste Ursache der Bronchiektasen sind wiederholte, vor allem im Kindesalter auftretende bronchiale Infekte. Auch Masern können durch eine heftige Begleitbronchitis Bronchiektasen hervorrufen. Weitere Infekte, die diese Erkrankung auslösen können, sind beispielsweise Lungenentzündung, Tuberkulose und Keuchhusten.

Die neuseeländischen Behörden werden in den kommenden Wochen eine Roadshow zur Aufklärung der Bevölkerung starten. Die Experten sehen gute Heilungschancen für die Betroffenen, räumen aber ein, dass mit Therapien schnell begonnen werden müsse, ehe irreversible Schäden auftreten. Unbehandelt kann die Erkrankung zum Tod führen, warnen die Mediziner wie Lorraine Stevens. Sie will vor allem Eltern, deren Kinder über mehrere Wochen hinweg husten, dazu animieren, sich behandeln zu lassen. Die Experten im Starship Hospital kämpfen indessen um das Überleben von einigen Kindern, die das Endstadium der Erkrankung erreicht haben.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nzherald.co.nz
http://www.m-ww.de

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