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Neue Sichtweisen zur Volkskrankheit Rückenschmerz

26.04.2005


Im e-Journal German Medical Science ist gerade ein ausführlicher Kongressbericht "Volkskrankheit Rückenschmerz: neue Sichtweisen" über eine Veranstaltung des Arbeitskreises Sportmedizin der Akademie für ärztliche Fortbildung und Weiterbildung der Landesärztekammer Hessen erschienen. In der Veröffentlichung werden vom sportorthopädisch-traumatologisch-sportmedizinischen, vom internistischen, vom schmerztherapeutisch-neurochirurgischen und vom physiotherapeutischen Standpunkt aus neue, auf physiologisch-pathophysiologischen Erkenntnissen basierende Sichtweisen des verbreiteten Problems Rückenschmerz mit Bedeutung für Prävention und Therapie dargelegt. Fazit ist, dass bei guter Prävention und Therapie der Rückenschmerz keine Volkskrankheit sein muss.



Wahrscheinlich werden Rückenschmerzen meist durch eine Fehlstatik aufgrund von Beinlängendifferenzen mit hieraus resultierenden Folgeeffekten verursacht. Sinnvolle Diagnostik beinhaltet Erhebung der Vorgeschichte und sorgfältige klinische Untersuchung zum Erkennen von Funktionsdefiziten anstelle von nur bildgebender Diagnostik (z.B. Röntgen, CT und Magnetresonanztomographie). Sinnvolle (effektive und zugleich kostengünstige) Therapien sind - neben schmerzmindernden Therapien, wie manueller Therapie, Matrix-Rhythmus-Therapie, wassergefiltertem Infrarot A (wIRA), Ohrakupunktur, Injektionstherapie - vor allem das Dehnen verkürzter Muskulatur und der teilweise Ausgleich von Beinlängendifferenzen.

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Rückenschmerzen beruhen häufig auf Verspannungen der Rückenmuskulatur mit Minderdurchblutung und Sauerstoffmangel und damit Energiemangel im Muskelgewebe: die Gewebesituation kann mit Matrix-Rhythmus-Therapie zum Aufdehnen verkürzter Muskelanteile, mit lokaler tiefenwirksamer Wärme mit wassergefiltertem Infrarot A (wIRA), mit körperlicher Bewegung zur Verbesserung der lokalen Sauerstoffversorgung und mit entsäuernden Maßnahmen einschließlich ausgewogener Ernährung verbessert werden.

Bei bestehenden Schmerzen kommt aus schmerztherapeutischer und neurochirurgischer Sicht eine Reihe von konservativen, interventionellen und operativen Verfahren in betracht: wichtig ist hierbei eine rechtzeitige effektive Schmerztherapie, damit es nicht zur Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses kommt. Neben einer medikamentösen Schmerztherapie nach dem WHO-Stufenschema können die Transkutane Elektrische NervenStimulation (TENS), Physiotherapie, Psychotherapie, Progressive Muskelentspannung nach Jakobsen, Autogenes Training, Göttinger Rücken-Aktiv-Programm GRAP und Ergotherapie sowie - wenn nötig - weitere neurochirurgische Verfahren eingesetzt werden.

Verschiedene Rückenschulkonzepte können z.B. mit Anleitungen zu richtigem Sitzen, Heben und Tragen sowohl vorbeugend ("Präventive Rückenschule") wie auch therapeutisch eingesetzt werden. Bewegungs- und trainingstherapeutische Maßnahmen (z.B. Erweiterte Ambulante Physiotherapie EAP als Komplextherapie mit den Bestandteilen Krankengymnastik/Physiotherapie, Physikalische Therapie und Medizinische Trainingstherapie MTT) sind wichtige Bestandteile moderner Rückenkonzepte. Besonders effektiv sind aktive Trainingsformen zum Muskelaufbau und zur Verbesserung der Ausdauer in Kombination mit verhaltensorientierten Trainingsprogrammen.

Werden solche wesentlichen Erkenntnisse rechtzeitig berücksichtigt, so können Rückenschmerzen durch rückengerechte Verhaltensweisen sowie durch präventives und rehabilitatives Rückentraining vermieden werden oder es kann nach ihrem Auftreten rehabilitativ wieder ein schmerzfreier stabiler Gesundheitszustand erreicht werden.

Wolfgang Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.egms.de/de/meetings/ruecken2004/04ruecken1.shtml
http://www.egms.de/pdf/meetings/ruecken2004/04ruecken1.pdf

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