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Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall senken

22.04.2005


Medizinische Universitätsklinik Heidelberg bietet erstmals "Arteriosklerose-Sprechstunde" für besonders gefährdete Patienten an



Eine Gefäßverkalkung kann schon in recht jungen Jahren zum Problem werden. Rund 20 Prozent der Betroffenen sind unter 50 Jahren und benötigen eine umfassende Behandlung und Beratung, um ihr hohes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall zu senken.



Die Medizinische Universitätsklinik Heidelberg bietet jetzt eine neue "Arteriosklerose-Sprechstunde" für Patienten mit besonders ausgeprägten oder bereits in jungen Jahren aufgetretenen Gefäßveränderungen an. Auch Angehörige können hier ihr individuelles Risiko überprüfen oder abklären lassen, ob sie von dem Gefäßleiden betroffen sind, denn oft liegt eine genetische Anlage zugrunde.

Die Sprechstunde wird jeden Montagvormittag in der Medizinischen Klinik, Im Neuenheimer Feld 410, in der Ambulanz der Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Pulmologie durchgeführt (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hugo Katus).

"Patienten mit einem ausgeprägten Risiko profitieren neben der Betreuung durch den Hausarzt bzw. durch den Kardiologen von einer zusätzlichen Abklärung und Behandlung im Rahmen einer Spezialsprechstunde", sagt Dr. Erwin Blessing, der die neue Sprechstunde betreut. "Sie brauchen spezielle und aufwendige Untersuchungen und Behandlungsformen, welche, auch aus Kostengründen, von niedergelassenen Kollegen in dieser Form nicht angeboten werden können". So werden in der Medizinischen Klinik sämtliche Risikofaktoren mit ausführlichen Bluttests ermittelt. Neben den Blutfettwerten handelt es sich auch um andere wichtige Marker wie z.B. das Entzündungs-Eiweiß hs-CRP (high-sensitivity C-reactive protein), Homocysteinspiegel, Lipoprotein (a) etc., die Hinweise auf ein erhöhtes Risiko geben.

Frühform der Arteriosklerose kann mit Ultraschall nachgewiesen werden

Ob die Arterien bereits angegriffen sind, kann mit Hilfe von Ultraschall (Sonographie) und anderen nichtinvasiven Verfahren festgestellt werden. Die so genannte Doppler-Sonographie macht auch kleine Arteriosklerose-Herde in den Blutgefäßen und eine leicht verdickte Gefäßwand sichtbar. Anhand einer speziellen Ultraschalluntersuchung kann zudem festgestellt werden, ob die Zellen der Gefäßwand noch flexibel auf eine Dehnung reagieren können. Bei eingeschränkter Dehnbarkeit spricht man von einer so genannten endothelialen Dysfunktion, einem Anzeichen für eine beginnende Gefäßverkalkung. Diese Untersuchung eignet sich besonders für eine Screeninguntersuchung jüngerer Patienten um dann bei entsprechender Risikokonstellation bereits vorbeugend mit einer Therapie beginnen zu können.

Der exakten Diagnose folgt das Gespräch: Was kann der Patient selbst tun, um sein Risiko zu vermindern? Die Medizinische Klinik bietet eine ausführliche Beratung in Sachen Ernährung oder Bewegung an, sowie Programme zur Gewichtsreduktion und zur Raucherentwöhnung. "Meist reicht dies allerdings nicht aus, um die Werte zu normalisieren", berichtet Dr. Blessing. Dann müssen Medikamente den Bluthochdruck und die Blutfette senken. Die Planung der optimalen Therapie für die Patienten geschieht dann in enger Zusammenarbeit mit den betreuenden niedergelassenen Hausärzten bzw. Kardiologen.

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-heidelberg.de/

Weitere Berichte zu: Gefäßwand Herzinfarkt Kardiologie Schlaganfall Ultraschall

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