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Weltweit müssen Labore tödliches Virus zerstören

13.04.2005


Proben mit asiatischer Grippe in 18 Länder versandt

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»H2N2 »Labor »Virus

Die amerikanische Regierung hat mehr als 3.700 Labore in 18 Ländern angewiesen, potenziell tödliche Grippeproben zu zerstören, die in Probebehältern verschickt worden waren. 1957 starben zwischen einer und vier Millionen Menschen an der asiatischen Grippe. Bis zum Jahr 1968 verschwand diese Krankheit. Wird dieses Virus nicht richtig gehandhabt, kann es laut Klaus Stohr von der WHO leicht zu einer Grippeepidemie kommen. Eine vollständige Liste der Länder, an die Virusproben geschickt wurden, steht derzeit laut BBC nicht zur Verfügung. Zu den bekannten Ländern gehören Nationen in Europa, Asien, dem Nahen Osten und Südamerika. Radiostationen in Hongkong meldeten am Mittwoch, dass das Virus bereits zerstört sei.

Da das Virus seit 1968 nicht in Umlauf war, verfügen Menschen, die nach diesem Zeitpunkt geboren wurden, über keine entsprechenden Antikörper. Derzeit auf dem Markt befindliche Impfstoffe bieten keinen entsprechenden Schutz. Sollte das Virus einen Menschen infizieren, erwartet Stohr eine rasche Ausbreitung. Das College of American Pathologists (CAP) verschickte die Proben zwischen Oktober 2004 und Februar 2005. Am 8. April ersuchte die US Regierung die Organisation die betroffenen Labors anzuschreiben und die Zerstörung der Proben anzuordnen. 61 der Labore befinden sich außerhalb von Amerika und Kanada. Aufgrund der Terrorismusgefahr wurden zuerst die betroffenen Einrichtungen informiert und dann erst die Öffentlichkeit. Laut Stohr hat die CAP gegen keine amerikanischen Gesetzte verstoßen. Das Virus H2N2 war mit der biologischen Sicherheitsstufe 2 als nicht besonders gefährlich eingestuft worden. Die für die Klassifizierung verantwortlichen Centers for Disease Control and Prevention erklärten, dass sie aufgrund der Weiterverbreitung jetzt eine Änderung der Einstufung in Erwägung zögen.


Laut WHO gibt es keine Garantie, dass jede Probe des Virus lokalisiert und zerstört werden kann. Es sei denkbar, dass einige der Labors Proben an andere Institutionen weitergegeben hätten. Derzeit gibt es jedoch keine Meldungen über eine Erkrankung aus dem Umfeld der Labors. Laut WHO ist das Erkrankungsrisiko gering. Labors setzen derartigen Proben vielfach für den Nachweis der korrekten Identifizierung von Virenstämmen ein. Normalerweise handelt es sich bei den Stämmen um Viren, die sich derzeit im Umlauf befinden. Es wird erwartet, dass die Labors die H2N2 Proben bis zum Ende der Woche zerstört haben werden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.who.int
http://www.cap.org

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