Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolgreiche Phase-II-Studien: Erste kausale Therapie bei Opioid-induzierter Obstipation

30.03.2005


Aktuelle Ergebnisse aus Phase IIb-Studien bestätigen die Wirksamkeit eines von den Unternehmen GlaxoSmithKline und Adolor Corporation gemeinsam entwickelten selektiven Opioid-Rezeptorenblockers. Alvimopan, das 2008/2009 unter dem Handelsnamen Entrareg® auf den Markt kommen soll, wäre damit die erste kausale Therapie der so genannten Opioid-induzierten Obstipation.



Patienten, die regelmäßig Opioide einnehmen, um Tumorschmerzen aber auch andere chronische Schmerzen wie schwere Rückenschmerzen oder Osteoarthritis zu bekämpfen, leiden häufig unter der Opioid-induzierten Obstipation, einer Darmverstopfung. Denn die Opioide bekämpfen nicht nur Schmerzen, sondern sie hemmen auch die Darmaktivität.



GlaxoSmithKline und Adolor entwickeln zurzeit einen Wirkstoff, der diese Darmverstopfung erstmals kausal therapieren könnte: Alvimopan (Entrareg®) blockiert selektiv die im Darm zahlreich vorhandenen Opioid-Rezeptoren. Die medikamentös zugeführten Schmerzmittel können dann nicht mehr an diese Rezeptoren andocken und somit die Darmaktivität nicht mehr hemmen. In einer multizentrischen, randomisierten Studie wurden an 522 Patienten*, die an chronischen Schmerzen und an einer Opioid-induzierten Darmverstopfung litten, folgende drei Therapieregime doppelblind und plazebokontrolliert miteinander verglichen: 0,5 mg Alvimopan zweimal täglich, 1 mg Alvimopan einmal täglich und 1 mg zweimal täglich. Alle drei Therapieregime hatten statistisch signifikante Wirkungen auf die primären und sekundären Studienendpunkte im Vergleich zur Plazebogruppe.

Der primäre Studienendpunkt war die Veränderung der wöchentlichen Frequenz des Stuhlgangs innerhalb der ersten drei Wochen des sechswöchigen Behandlungszeitraums im Vergleich zum Zeitraum vor der Behandlung. Der Ausgangsparameter für alle drei Gruppen lag bei etwa einem Stuhlgang pro Woche. Die durchschnittliche wöchentliche Änderung gegenüber dem Ausgangsparameter betrug in den ersten drei Wochen 3,36 Stuhlgänge bei der Dosierung 0,5 mg Alvimopan zweimal täglich, 3,29 Stuhlgänge bei der Gabe von 1 mg Alvimopan einmal täglich und 4,17 bei der Gruppe, die 1 mg Alvimopan zweimal täglich erhielt. Bei der Plazebogruppe konnte man eine Steigerung von 1,65 Stuhlgängen feststellen. Alle drei Behandlungsgruppen unterschieden sich statistisch signifikant von der Plazebogruppe (p < 0,001). Diese Veränderungen wurden schon in der ersten Behandlungswoche erkennbar und während des sechswöchigen Behandlungszeitraums beibehalten. Nach Absetzen der Medikation fiel die Anzahl der Stuhlgänge wieder auf das Niveau der Ausgangssituation zurück. In einer anderen Studie mit Patienten, die an chronischer idiopathischer Obstipation litten, zeigte Alvimopan in dieser Indikation keine Wirkung.

Da Alvimopan selektiv wirkt, d.h. die Blut-Hirn-Schranke nicht durchdringen kann und nur im Darm wirkt, können die Schmerzmittel immer noch ihre volle Wirkung im Gehirn entfalten. "Mit diesem neuartigen Wirkstoff können wir Onkologen, Schmerztherapeuten und niedergelassenen Ärzten etwas in die Hand geben, das ihnen die Arbeit wesentlich erleichtert. Außerdem rechnen wir damit, einen wertvollen Beitrag zur Kostensenkung im Gesundheitswesen zu leisten", so Professor Torsten Strohmeyer, Leiter Forschung und Medizin bei GSK. "Und vor allen Dingen: Wir hoffen, dass sich die Patienten besser fühlen werden, ohne dass ihre Schmerztherapie beeinträchtigt wird."

All diese Zusammenhänge zu erkennen, die relevanten Rezeptoren zu finden, an denen das Medikament andocken kann und dann noch entsprechende Moleküle zu kreieren, die diese Rezeptoren blockieren, kostet die Forscher durchschnittlich 15 Jahre und 800 Millionen US Dollar. Wenn weitere Studien ebenfalls die Wirksamkeit und Sicherheit von Alvimopan bestätigen, kann es möglicherweise ab 2008/2009 auf den Markt kommen.

*Es waren keine Krebspatienten in die Studie eingeschlossen.

Unternehmensinformation

GlaxoSmithKline - eines der weltweit führenden forschungsorientierten Arzneimittel- und Healthcare-Unternehmen - engagiert sich für die Verbesserung der Lebensqualität, um Menschen ein aktiveres, längeres und gesünderes Leben zu ermöglichen.

Ansprechpartner für Journalisten:

Sonja Luz
PR Manager
Telefon: 089/360 44- 8256
Fax: 089/360 44-8066
E-mail: Sonja.Luz@gsk.com

Florian Martius
Leiter Unternehmenskommunikation
Telefon: 089/360 44-8329
Fax: 089/360 44-8066
E-mail: Florian.Martius@gsk.com

Sonja Luz | idw
Weitere Informationen:
http://www.glaxosmithkline.de

Weitere Berichte zu: Alvimopan Darmverstopfung Obstipation Rezeptor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie