Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Aids-Test ermittelt Zeit und Ort der Infektion

29.03.2005


Verfahren ermöglicht eine genaue Analyse des Infektionsverlaufs



Ein neuer Aids-Test macht es nunmehr möglich den Infektionszeitraum bei neu infizierten Patienten bis auf die sechs vorangegangenen Monaten genau zu datieren und gibt so einen Hinweis auf den Verlauf der Infektion. Das Testverfahren wurde heute, Freitag, online auf der Homepage des italienischen Gesundheitsinstituts Istituto Superiore di Sanità (ISS) vorgestellt.

... mehr zu:
»Aids-Test »Antikörper »Infektion »Virus


Bei dem neuen Testverfahren handelt es sich um eine bedeutende Weiterentwicklung der derzeitigen Testverfahren. Denn bisher konnte nur anhand einer Analyse festgestellt werden, ob Antikörper im Blut nachweisbar sind, jedoch nicht wie viel Zeit bereits seit der Ansteckung verstrichen ist. Daher konnte man nur schätzen wann sich ein Patient infiziert hat. Aus dem neuen Testverfahren resultieren nun auch neue Ansätze bei der Behandlung, denn manche Patienten tragen das Virus jahrelang in sich ohne etwas zu bemerken, während sich bei anderen Patienten das Krankheitsbild viel schneller entwickelt. Nun kann man zumindest jene Patienten ermitteln, die sich innerhalb der vergangenen sechs Monate infiziert haben. Des weiteren können folglich die jährlichen Neuinfektionen genau eruiert werden.

"Es handelt sich hierbei aus epidemiologischer Sicht um einen fulminanten Durchbruch. Der Test ist ein neues Instrument um den Verlauf der Krankheit zu protokollieren", erklärte Giovanni Rezza, der Direktor des ISS. Die aktuelle Ausbreitung des Virus im Körper des Patienten kann ermittelt werden, denn der neue Test misst die Reife der Antikörper anhand des Wertes der aggressiven Antikörper. Dieser Wert ist in den ersten Monaten der Infektion noch sehr niedrig und steigt im Verlauf der folgenden Monate kontinuierlich an um sich schlussendlich auf einem hohen Wert zu stabilisieren, wenn die Infektion bereits in einer sehr fortgeschrittenen Phase ist.

"Das neue Verfahren macht es uns möglich den aktuellen Verlauf und die Ausbreitung der HIV-Infektion zu bestimmen. Darüber hinaus können wir die häufigsten Übertragungswege eruieren, die geographisch am meisten betroffenen Regionen ermitteln, die am häufigsten infizierten sozialen Gruppen feststellen und folglich neue Wege der Prävention und Intervention entwickeln. Denn eine schnelle und sachgemäße Aufklärung und Betreuung in besonders betroffenen Regionen oder bei besonders betroffenen sozialen Schichten kann Leben retten", resümierte Barbara Suligoi, die Leiterin der Studie.

Der Test hat den Vorteil, dass er sehr kostengünstig, wiederholbar, verlässlich und einfach ausführbar ist. Die Wissenschafter erhoffen sich nicht nur national, sondern auch international einen Durchbruch.

Evelyn Lengauer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.iss.it

Weitere Berichte zu: Aids-Test Antikörper Infektion Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen

05.12.2016 | Förderungen Preise

Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik

05.12.2016 | Energie und Elektrotechnik