Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Infektionsgefahr in Krankenhäusern der 3. Welt extrem hoch

29.03.2005


Babys aufgrund schlechter Bedingungen 20 Mal gefährdeter



Babys, die in Krankenhäusern der Entwicklungsländer geboren werden, erkranken bis zu 20 Mal eher an einer Infektion. Wissenschaftler der Aga Khan University machen die schlechten hygienischen Bedingungen in den Geburtenstationen und nach der Geburt verantwortlich. Sie gehen davon aus, dass bis zu 70 Prozent der neonatalen Infektionen gegen eine Behandlung durch Antibiotika resistent sind. Die Angst vor einer Infektion könne die Menschen sogar daran hindern, in ein Krankenhaus zu gehen. Das Team wertete 62 Studien aus Asien, Afrika und Lateinamerika aus. Todesfälle im Frühkindalter sind laut BBC für mehr als ein Drittel der weltweiten Säuglingssterblichkeit verantwortlich. Es wird geschätzt, dass Infektionen während der Schwangerschaft und nach der Geburt jährlich 1,6 Millionen Babys in Entwicklungsländern zum Opfer fallen. Drei Viertel dieser Todesfälle entfallen auf Südasien und Schwarzafrika. Die Details der Studie wurden in The Lancet veröffentlicht.



Die Forscher argumentieren, dass die ausgewerteten Studien mehrer Länder nahe legten, dass die Krankenhäuser unhygienisch arbeiteten und so das Infektionsrisiko erhöhten. In manchen Einrichtungen müssten drei Kinder ein Bett teilen. Nur ein bis zwei Krankenschwestern stünden für eine Station mit 60 Betten zur Verfügung. Es zeigte sich, dass die Anzahl der Infektionen im Blutkreislauf bis zu 20 Mal höher waren als das Maximum von fünf pro 1.000 in den Industrieländern. Zahlreiche Infektionen wurden durch den Methicillin Resistenten Staphylococcus Aureus (MRSA) verursacht. In Südasien waren 56 Prozent aller getesteten Staphylococcus Aureus Proben gegen das Antibiotikum Methicillin resistent. MRSA kam in Magensonden, Kathedern, Brutkästen und Matratzen vor. Die Hauptverbreitungsursache für Staphylococcus Aureus waren jedoch die Hände des medizinischen Personals.

Eine weitere entscheidende Bedrohung ging durch Klebsiella pneumoniae aus, die für den Tod von 320.000 Kleinkindern und Ungeborenen in den Entwicklungsländern verantwortlich gemacht werden. Das Team um Anita Zaidi erklärte, dass die Infektionen auf einen Mangel an Wissen und Ausbildung in Verbindung mit einer unzureichenden Infrastruktur und zu geringen Mitteln zurückgeführt werden können. Die hohen Infektionsraten bedeuteten, dass durch die Einlieferung ins Krankenhaus die Überlebenschancen eines Kindes potenziell verringert würden. Die Kontrolle der Infektionen in den Krankenhäusern der Entwicklungsländer müsse ein Teil des internationalen Programms zur Verbesserung des Gesundheitssystems werden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.aku.edu
http://www.thelancet.com

Weitere Berichte zu: Entwicklungsland Infektion Staphylococcus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften