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Herzinfarkt-Prävention durch Gendiagnostik

10.03.2005


Etwa 30 Prozent der heutigen Gesundheitsausgaben lassen sich nach Schätzungen von Experten durch langfristige Prävention vermeiden. Auf dem Sektor Herzinfarkt-Prävention gewinnt die Genomforschung beziehungsweise die so genannte prädiktive Gendiagnostik zunehmend an Bedeutung für die frühzeitige Erkennung Herzinfarkt-gefährdeter Patienten. Durch das frühzeitige Wissen um ein Krankheitsrisiko kann die Lebensführung im Einzelfall so angepasst werden, dass das tatsächliche Krankheitsrisiko sich erheblich reduzieren lässt. Prof. Dr. Gerd Assmann, Geschäftsführender Direktor des Leibniz-Institutes für Arterioskleroseforschung an der Universität Münster, erläuterte am Donnerstag (10. März 2005) in Düsseldorf ein neues Forschungsprojekt, das gemeinsam mit dem Herz-Kreislaufverbund NRW durchgeführt und von der Firma Bayer mit drei Millionen Euro unterstützt wird.



Wie der Staatssekretär für Wirtschaft des Landes NRW, Dr. Norbert Walter-Borjans, bei der Vorstellung des Projektes in Düsseldorf hervorhob, hat sich das Leibniz-Institut für Arterioskleroseforschung an der Universität Münster dabei "gegenüber internationalen Konkurrenten durchgesetzt und den Zuschlag für dieses richtungsweisende Forschungsvorhaben bekommen". Im Rahmen dieses Projektes werden zirka 500.000 Genpolymorphismen - Variationen der menschlichen DNA - bei 400 Herzinfarktpatienten mit Genvariationen bei 400 gesunden Kontrollpersonen verglichen.. Laut Assmann wird erwartet, dass basierend auf der zugrunde liegenden modernen Genchip-Technologie komplexe Erkrankungen wie etwa Arteriosklerose, Krebs oder Asthma künftig besser hinsichtlich der genetischen Ursachen verstanden werden und dass Entdeckungen zu Gen-Krankheitsbeziehungen nicht nur die Prädispositionsdiagnostik deutlich verbessern, sondern auch die Entwicklung neuer Pharmaka begünstigen werden.



Assmann erläuterte, dass etwa ein Viertel des deutschen Bruttoinlandproduktes mittel- oder unmittelbar von der Gesundheitswirtschaft erarbeitet wird. Etwa jeder 6. Euro im Gesundheitswesen werde für die Folgen der Arteriosklerose, die jedes Jahr einige 100.000 Gesunde zu Behinderten, Frührentnern oder Pflegebedürftigen macht, ausgegeben. Es bestehe eine Notwendigkeit, durch bessere Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft praxisnahe Spitzenforschung voranzutreiben und letztlich den Menschen bessere Medizin zu bezahlbaren Preisen zu bieten, wie Assmann betonte.

Der Handlungsbedarf auf diesem Gebiet ist groß. Denn immerhin fast jeder Zweite stirbt in Deutschland an einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems. Den größten Anteil beansprucht der Herzinfarkt mit etwa 170.000 Todesfällen als Folge der koronaren Artherosklerose, die im Wesentlichen durch klassische Risikofaktoren - erhöhtes Gesamt/LDL-Cholesterin, niedriges HDL-Cholesterin, hohe Triglyzeridwerte, Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und positive Familienanamnese - begünstigt wird. Vermeidung von Übergewicht, regelmäßige Bewegung, eine Einstellung des Rauchens und eine herzgesunde Ernährung sind die wichtigsten Präventionsmaßnahmen. Wie Assmann betont, sind bei bereits herzkranken Hochrisikopatienten offenbar besonders niedrige LDL-Cholesterinwerte, das heißt deutlich unter 100 mg/dl, von Vorteil, was in vielen Fällen durch den Einsatz von Cholesterin senkenden Medikamenten, so genannten Statinen, gelingt.

Jutta Reising | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/

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