Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Selbsthypnose chronische Schmerzen lindern und Arzneimittel reduzieren

08.03.2005


Göttinger Institut für Psychologie wies Medikamentenreduktion zwischen 60 und 75 Prozent nach



Chronische Schmerzpatienten können mittels verhaltenstherapeutischer Selbsthypnose die Stärke ihrer Schmerzattacken deutlich verringern und so auch den Einsatz an Medikamenten spürbar reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Folgestudie, die mit 28 Schmerzpatienten an der Universität Göttingen durchgeführt wurde. Nachdem bereits die Wirksamkeit des Verfahrens zur Schmerzreduktion in einer ersten Studie getestet worden war, standen diesmal die Auswirkungen auf den Medikamentenkonsum im Mittelpunkt. Die Patienten lernen, sich bei auftretenden Schmerzattacken autosuggestiv in einen Zustand tiefer Entspannung zu versetzen und mindern dadurch den Schmerz. Als Folge können sie nach Angaben von Dr. Stefan Jacobs vom Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie, der die Studie leitete, dauerhaft auf 60 bis 75 Prozent ihrer Medikamentendosis verzichten.

... mehr zu:
»Psychologie »Selbsthypnose


Nach Angaben des Wissenschaftlers konnte die Dosis bei Analgetica um 60 Prozent, bei Antidepressiva um 63 Prozent und bei Opiaten sogar um 75 Prozent gesenkt werden. Die Verbesserungen bleiben mehrheitlich auch nach Monaten stabil, wie eine Nachuntersuchung drei Monate später zeigte. ?Die Reduzierung des Schmerzes ging bei den untersuchten Patienten auch einher mit einer Steigerung ihres körperlichen und seelischen Wohlbefindens und einer Verminderung depressiver Symptome. Sie konnten soziale und berufliche Aktivitäten wieder aufnehmen", erläutert Dr. Jacobs.

Die Patienten eignen sich die Selbsthypnose unter Anleitung geschulter Therapeuten an. In zehn Sitzungen erlernen sie, sich mit Hilfe einer individuell besprochenen Audiokassette in eine Tiefenentspannung zu versetzen. ?Erstmals steht mit unserem Verfahren eine effektive, hoch wirksame Methode zur Schmerzreduktion zur Verfügung", so Dr. Jacobs. Das Programm mit zehn Sitzungen ist jetzt für Psychologen, Psychotherapeuten und Ärzte in einem Lehrbuch ?Verhaltenstherapeutische Hypnose bei chronischen Schmerz. Ein Kurzprogramm zur Behandlung chronischer Schmerzen" (Hogrefe & Huber) veröffentlicht worden. Außerdem sind ein Lehrvideo und eine DVD bei der Zentralen Einrichtung Medien der Universität Göttingen erhältlich. Rund 200 Ärzte mit therapeutischer Zusatzausbildung wurden bereits geschult und bieten das Programm in ihren Praxen an. Die Therapeutenliste ist im Internet unter www.psych.uni-goettingen.de/special/tbz abrufbar.

Kontaktadresse:

Dr. Stefan Jacobs
Georg-August-Universität Göttingen
Biologische Fakultät
Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie Goßlerstraße 14, 37073 Göttingen
Tel. (0551) 39-3585, Fax (0551) 39-3544
e-mail: sjacobs@uni-goettingen.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.psych.uni-goettingen.de
http://www.psych.uni-goettingen.de/special/tbz

Weitere Berichte zu: Psychologie Selbsthypnose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Spezialisten-Zellen helfen Gedächtnis auf die Sprünge
17.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

International Land Use Symposium ILUS 2017: Call for Abstracts and Registration open

20.03.2017 | Event News

CONNECT 2017: International congress on connective tissue

14.03.2017 | Event News

ICTM Conference: Turbine Construction between Big Data and Additive Manufacturing

07.03.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie