Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jährlich 60.000 Tollwut-Tote - nur die Impfung schützt

18.02.2005


Jahr für Jahr sterben weltweit 60.000 Menschen an Tollwut. Diese Todesfälle könnten verhindert werden, denn es gibt wirksamen Impfschutz. Chiron Vaccines, Weltmarktführer in Sachen Tollwutimpfschutz, informiert über die Krankheit und wie man sich schützen kann.


Grafik: Chiron Vaccines



In Deutschland sind möglicherweise drei Patienten an Tollwut erkrankt, die ein Organ von einer höchstwahrscheinlich mit Tollwut infizierten Spenderin erhalten haben. Das geht aus einer Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Organtransplantation hervor. Plötzlich ist Tollwut ein Thema; dabei besteht das Risiko, sich mit Tollwut zu infizieren, fast weltweit - auch in Deutschland.

... mehr zu:
»Impfstoff »Impfung »Tollwut


Alle warmblütigen Wirbeltiere, vor allem Säugetiere, können an Tollwut erkranken. In Europa haben Wildtiere (z. B. Fledermäuse) einen Anteil von ca. 70% und Haustiere einen Anteil von ca. 30% an der Zahl der Erkrankungsfälle. Weltweit sind freilaufende oder streunende Hunde in den Städten oder an Stränden Hauptüberträger der Tollwut und z. B. in Südostasien fast immer Verursacher der menschlichen Erkrankung.

Die Infektion erfolgt meist durch Biss oder Kratzverletzungen eines infizierten Tieres über Speichelkontakt, seltener durch Belecken von verletzen Haustellen, äußerst selten durch begeiferte Gegenstände und dann nur, wenn der Speichel kurze Zeit vorher dorthin gelangt ist.

Das Virus befällt das zentrale Nervensystem. Die ersten Anzeichen der Krankheit sind Brennen und Rötungen an der Bissstelle, gefolgt von unspezifischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Unwohlsein. Im weiteren Verlauf tritt bei den Erkrankten eine zunehmende Reizbarkeit auf, steigende Aggression und Verwirrtheit. Die Schluck- und Atemmuskulatur wird von Krämpfen befallen. Der Tod tritt nach mehreren Tagen durch Herz- und Atemlähmung ein.

Nur die Impfung schützt: Wenn die Erkrankung wegen fehlender Impfung und Immunglobulingabe tatsächlich ausbricht, verläuft sie immer tödlich.

Zum Schutz vor Tollwut stehen moderne, hoch wirksame und gut verträgliche Impfstoffe zur Verfügung. Millionen Menschen wurden mit dem in Marburg und Indien produzierten Impfstoff von Weltmarktführer Chiron Vaccines geschützt, alle sechs Sekunden kommt ein weiterer hinzu. Chiron Vaccines ist alleiniger Lieferant von "pre-qualified" Tollwut-Impfstoff für alle der UN angeschlossenen Organisationen (wie z. B. WHO, UNICEF).

Eine vorbeugende Schutzimpfung, die aus drei Injektionen besteht - an den Tagen 0, 7 und 21 (oder 28) -, empfiehlt sich in Deutschland für besonders gefährdete Personenkreise wie Tierärzte, Tierpfleger, Förster und Jäger. Besonders vor Reisen in Endemiegebiete, v. a. nach Indien, Thailand, Südostasien und Südamerika, sollte man sich unbedingt bereits vor der Abreise impfen lassen.

Nach dem Biss eines tollwutverdächtigen Tieres sollte bei ungeimpften Personen sofort der Impfstoff (5 Injektionen) zusammen mit einem Immunglobulin gegeben werden. Nur so kann die tödliche Erkrankung verhindert werden.

Wichtige Fragen zur Tollwut beantwortet im nachfolgenden Interview Prof. Dr. Tino F. Schwarz vom Juliusspital Würzburg.

Ist die Tollwut-Erkrankung wirklich immer tödlich?

Ja, wenn es nach der Infektion zur Tollwuterkrankung kommt, verläuft diese zu 100% tödlich.

Wen kann es treffen?

Tollwut kann jeden treffen, der sich in Tollwutrisikogebieten aufhält. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Aufenthalten in ländlichen Gebieten.

Sind Kinder besonders gefährdet, sich zu infizieren?

Kinder sind in den Risikogebieten durch Tollwut besonders gefährdet. Sie haben häufig Kontakt zu dem Hauptvirusreservoir, den Hunden. Außerdem werden Verletzungen durch Tiere von den Eltern häufig nicht bemerkt. Insbesondere Kleinkinder werden von Hunden häufig im Bereich des Kopfes verletzt. In diesen Fällen ist die Inkubationszeit einer Tollwutinfektion besonders kurz, so dass durch eine postexpositionelle Behandlung möglicherweise kein Schutz mehr aufgebaut werden kann.

Sollte man sich gegen Tollwut impfen lassen?

Personen, die in Risikoländer wie z. B. Indien, Philippinen, Vietnam, Mexiko oder West- und Ostafrika reisen, sollten sich in jedem Fall bei einem Arzt über die Risiken vor Ort aufklären lassen und ggf. impfen lassen. Aber auch Geschäftsreisende sollten sich insbesondere bei häufigeren Aufenthalten in Tollwutregionen der Welt vorbeugend beraten lassen.

Wie gut ist die Impfung verträglich?

Bei den in Deutschland zur Verfügung stehenden Impfstoffen handelt es sich durchweg um moderne sehr gut verträgliche Impfstoffe. Diese Impfstoffe werden weltweit jedes Jahr millionenfach zur Tollwut-Prophylaxe eingesetzt. In vielen Tollwutrisikoländern stehen jedoch nicht immer moderne Impfstoffe zur Verfügung. Dort stehen, wenn überhaupt, nur veraltete, schlecht verträgliche und nur teilweise wirksame Impfstoffe zur Verfügung.

| idw
Weitere Informationen:
http://www.toll-wut.de
http://www.chiron.com
http://www.impfen.de

Weitere Berichte zu: Impfstoff Impfung Tollwut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie