Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Uni-Klinik Bonn: 3D-Bilder revolutionieren radiologische Gefäßdarstellung

15.02.2005


Die Radiologische Klinik des Universitätsklinikums Bonn nimmt ein neues Röntgensystem der Firma Philips - das erste dieser Art in Deutschland - in Betrieb. Hochmoderne digitale High Speed Technik realisiert nun auch eine räumliche Wiedergabe von Blutgefäßen und liefert extrem scharfe Bilder bei gleichzeitig reduzierter Strahlenbelastung. Die Bonner Ärzte können so bei Gefäß- und Tumorerkrankungen eine bessere Diagnose in kürzerer Zeit stellen und ihre Patienten gezielter behandeln. Die Einweihung des Röntgensystems findet am Mittwoch, 16. Februar um 15.00 Uhr in der Radiologischen Universitätsklinik, Sigmund-Freud-Straße 25, statt.



Gefäßerkrankungen sind die häufigste "Wohlstandserkrankung" und führen oft zum Tod. So bedingt beispielsweise die Arteriosklerose typische Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Daher ist eine Früherkennung und Therapie enorm wichtig. Bei einer speziellen Röntgenuntersuchung, der so genannten Angiographie, werden Blutgefäße mittels eines Kontrastmittels sichtbar. So können Ärzte Gefäßschäden erkennen und gegebenenfalls gleichzeitig behandeln. "Doch bisher lieferte die Angiographie nur zweidimensionale Bilder", sagt Anita Hilgers, Leitende medizinisch-technische Radiologieassistentin (MRTA) an der Radiologischen Universitätsklinik.



Ein neues Röntgensystem am Universitätsklinikum Bonn verwirklicht nun auch dreidimensionale Aufnahmen - ein Meilenstein in der Angiographie. Denn die hohe Rotationsgeschwindigkeit des Scanners von 55 Grad pro Sekunde ermöglicht eine ganze Aufnahmeserie aus verschiedenen Perspektiven bei nur einer Untersuchung. Dabei setzt die volldigitalisierte Technik die Bilder direkt ohne Qualitätsverlust am Monitor um. Dadurch wird sogar eine dreidimensionale Darstellung von Blutgefäßen möglich. "Das ist ein großer Fortschritt. Wir haben jetzt eine viel bessere räumliche Vorstellung, und durch die scharfen kontrastreichen Bilder sehen wir jetzt vorher für uns verborgene Details", sagt Professor Dr. Hans Heinz Schild, Direktor der Radiologischen Klinik am Universitätsklinikum Bonn. So sind genauere Diagnosen sowie eine bessere Planung und Durchführung von nichtoperativen Eingriffen, so genannte Interventionen, erzielbar. Die Bonner Ärzte können unter anderem jetzt nicht nur die Lage, sondern auch die Größe einer Ablagerung bestimmen oder Gefäßstützen, so genannte Stents, mittels Katheter viel exakter in den Gefäßen platzieren.

Auch für die Darstellung komplexer Gefäßverläufe, zum Beispiel im Rahmen einer Behandlung - Embolisationstherapie genannt - von Gebärmuttermyomen oder Lebertumoren, kann das neue Verfahren eingesetzt werden. "Wir sind damit in der Lage, die Eingriffe schneller und mit einer geringeren Strahlenbelastung durchzuführen", so Professor Dr. Holger Strunk, Oberarzt der Radiologischen Universitätsklinik.

Viele der Untersuchungen und Eingriffe kann die Radiologische Klinik mittlerweile ambulant durchführen. Hierzu zählen zum Beispiel Untersuchungen der Arterien im Becken- und Beinbereich, wie bei der sogenannten "Schaufensterkrankheit", der Venen unter anderem bei Varikose und Dialyse-Shuntproblemen, Verödungen von Beckenvenen beispielsweise bei Infertilität, Portanlagen für Chemotherapien und vieles mehr. "Das gilt nicht nur für Patienten des Universitätsklinikums, sondern auch niedergelassene Ärzte können ihre Patienten an uns überweisen", sagt die Leitende MRTA Hilgers. Eine Anmeldung ist bei Nicole Berndorf unter der Telefonnummer 0228-297-5670 möglich.

Hinweis für die Medien:
Vertreter der Presse sind zur Einweihung eingeladen. Um Anmeldung wird gebeten unter der Telefonnummer 0228/73-7647oder E-Mail presse@uni-bonn.de.

Kontakt:
Professor Dr. Hans Heinz Schild
Direktor der Radiologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-5870
E-Mail: schild@uni-bonn.de

Professor Dr. Holger Strunk
Oberarzt an der Radiologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-5992
E-Mail: Holger.Strunk@ukb.uni-bonn.de

Leitende MRTA Anita Hilgers
Radiologische Klinik des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-5871
E-Mail: anita.hilgers@ukb.uni-bonn.de

Dr. Inka Väth | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Berichte zu: Angiographie Blutgefäß MRTA Röntgensystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie