Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beschichtete Stents wirksam bei Gefäßeinrissen der Hauptschlagader

14.02.2005


"Die Behandlung mit beschichteten Stents bringt bei Aortenaneurysmen bessere Ergebnisse als Entlastungsoperationen, so genannte Fensterungen", berichtet Dr. Burkhart Zipfel vom Deutschen Herzzentrum Berlin auf der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. "Der Stent versorgt die primäre Eintrittspforte des Gefäßeinrisses, und ist schonender und einfacher durchzuführen als eine große Gefäßoperation, bei der weit höhere Komplikationsraten auftreten."


Innerhalb der ersten 30 Tage nach der Operation, fasst Dr. Zipfel die Ergebnisse einer Studie zusammen, verstarben in der Gruppe die nicht mit einem Stent behandelt wurde die Hälfte der Patienten, in der Stent-Gruppe hingegen keiner. Gefäßeinrisse der Hauptschlagader ("dissezierende Aortenaneurysmen") gehören zu den gefährlichsten, mit sehr hoher Sterblichkeit behafteten akuten Erkrankungen. Verläuft der Einriss innerhalb der Schichten der Gefäßwand, besteht die Möglichkeit der Behandlung und damit des Überlebens. Probleme treten immer dann auf, wenn wichtige Gefäßversorgungen für lebenswichtige Organe wie Hirn, Leber oder Darm aus dem schlecht versorgten "falschen Lumen" - also dem durch den Riss entstandenen zusätzlichen Kanal - abgehen. Dann nämlich kommt es zu einer Unterversorgung der von dieser Versorgung abhängigen Organe.

Beim Einsatz eines beschichteten Stents von geeigneter Größe, der operativ durch einen kleinen Gefäßschnitt in den eingerissenen Gefäßbereich vorgeschoben wird, dichtet die Kunststoffbeschichtung den Zugang zum entstandenen falschen Kanal ab und weitet gleichzeitig die entstandenen Einengung aus. Das Blut kann wieder ungehindert in den dafür vorgesehenen Bahnen fließen.


Sollten aus dem abgedichteten Bereich lebenswichtige Gefäßversorgungen abgehen, muss der Zugang zu diesen Gefäßen entsprechend wiederhergestellt werden. Das Stent-Verfahren ist derzeit im Wesentlichen nur anwendbar in der Hauptschlagader unterhalb des Abgangs der großen Halsgefäße. Die bisher übliche Entlastung des falschen Lumens durch Fensterungen, die den Zufluss zu den abgehenden Gefäßen sowie die Entlastung des falschen Lumens zum Ziel hat, hat sich als komplikationsträchtiger erwiesen als das einfachere Stent.

Kontakt:
Prof. Dr. Eckart Fleck, Berlin (Pressesprecher der DGK)
Christiane Limberg, Düsseldorf (Pressereferentin der DGK), D-40237 Düsseldorf, Achenbachstr. 43, Tel.: 0211 / 600 692 - 61; Fax: 0211 / 600 692 - 67 ; Mail: limberg@dgk.org
Roland Bettschart, Bettschart & Kofler Medien- und Kommunikationsberatung GmbH; Mobil: 0043-676-6356775; bettschart@bkkommunikation.at

| idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org
http://www.gstcvs.org

Weitere Berichte zu: Gefäßeinriss Hauptschlagader Lumen Stent

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie