Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Offene Beine sollen schneller heilen

12.07.2001


Eine Enzymsalbe und ein täglich gewechselter Spezialverband sollen offene Beine schneller heilen lassen. Bochumer Mediziner suchen Patienten als Teilnehmer.

Mit täglich gewechselten Spezialverbänden und einer Enzymsalbe versuchen Mediziner der Dermatologischen Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum im St. Josef Hospital (Direktor: Prof. Dr. Peter Altmeyer, Oberarzt: Dr. Markus Stücker) offenen Beinen besser beizukommen. Eine Studie soll nun zeigen, ob die chronischen Wunden mit der neuen Methode schneller abheilen. Die Wissenschaftler suchen Patienten, die an der Studie teilnehmen möchten.

Pfenniggroße Wunde wird schnell handtellergroß

Venenerkrankungen sind in Industrienationen eine Volkskrankheit: Allein in Deutschland leiden ca. 12 Millionen Menschen an Krampfadern, eine Million an einem Unterschenkelgeschwür (offenes Bein, Ulcus cruris) als Folge eines Venenleidens oder einer Thrombose. Bei diesen Krankheiten ist der Rückfluss des Bluts zum Herzen gestört - die Heilungsbereitschaft der Haut ist durch die verminderte Durchblutung sehr gering. Schon bei leichten Verletzungen wie Stoßen oder Kratzen kann ein Unterschenkelgeschwür entstehen, das zwar anfangs oft nur Pfenniggröße hat, jedoch sehr schnell wächst und sich im Extremfall sogar um das ganze Bein herumziehen kann. Besteht die Wunde länger, stellen sich häufig chronische Schmerzen ein, oft kommt es auch zu bakteriellen Infektionen, die in eine Wundrose übergehen kann.

Vier Wochen lang täglich Salbe und Spezialverband

Die Therapie des offenen Beins stützt sich vor allem auf Verbände mit so genannten Kurzzugbinden. Sie fachgerecht anzulegen ist allerdings nicht einfach - Patienten sind damit oft überfordert. Vor allem ältere Betroffene sind auf Hilfe von ambulanten Pflegediensten angewiesen, die jedoch in der Regel nur an wenigen Tagen pro Woche kommen können. Die Uni-Hautklinik testet daher nun eine neue Therapiemethode: Über vier Wochen kommen geschulte Pflegekräfte täglich zu den Teilnehmern der Studie nach Hause und legen einen Spezialverband mit Wattepolsterung an. Außerdem verwenden sie eine Enzymsalbe (Kollagenase). Einmal pro Woche bietet die Hautklinik dazu einen Kontrolltermin an, bei dem Fachärzte die Wunde genau analysieren und für die weitere Auswertung mit einer Digitalkamera fotografieren. Anhand der Bilder werden sie dann den Abheilungsverlauf computergestützt auswerten.

Patienten können teilnehmen

An der Studie können alle Patienten teilnehmen, die aufgrund einer Venenerkrankung an einem Unterschenkelgeschwür leiden. Eine Überweisung ist dazu nicht nötig, so dass die Teilnahme allen Patienten aus Bochum und dem mittleren Ruhrgebiet offen steht. Fragen von Betroffenen und Angehörigen beantwortet Dr. Markus Stücker.

Weitere Informationen

Dr. Markus Stücker, Abteilung für Gefäßerkrankungen der Dermatologischen Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum im St. Josef Hospital, Gudrunstraße 56, 44791 Bochum, Tel. 0234/509-1, Fax: 0234/509-3409,
E-Mail: markus.stuecker@ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König | idw

Weitere Berichte zu: Unterschenkelgeschwür

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gentherapie für seltene Bluterkrankung
18.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Abstoßung von Spenderorganen: Neue Biomarker sollen Komplikationen verhindern
15.12.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Lipid-Nanodisks stabilisieren fehlgefaltete Proteine für Untersuchungen

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Von Alaska bis zum Amazonas: Pflanzenmerkmale erstmals kartiert

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Krebsforschung in der Schwerelosigkeit

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie