Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Herz kann sich doch selbst regenerieren

10.02.2005


Vorläuferzellen verfügen über Fähigkeit zur Reproduktion



Das Herz enthält Zellen, die sich nach der Geburt teilen und reifen können. Damit könnte es diesem Organ doch möglich sein, sich zu regenerieren. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of California gekommen. Diese überraschende Entdeckung macht die Transplantation dieser Zellen in durch einen Herzanfall geschädigte Organe denkbar. Ein Herzanfall zerstört viele Zellen im Herzen. Diese Zellen werden durch Narbengewebe ersetzt, das aus Fibroblasten besteht. In der Folge werden Bereiche des Herzens schwächer und erfüllen ihre Funktion nicht mehr optimal. Die Ergebnisse der Studie wurden in Nature veröffentlicht.



Da sich voll entwickelte Herzzellen nicht teilen, gingen Experten bisher davon aus, dass das Organ nicht in der Lage ist, sich nach einer Verletzung zu regenerieren. Das Team um Kenneth Chien suchte nach Vorläuferzellen aus den frühen Entwicklungsstadien des Herzens, die noch über die Fähigkeit zur Reproduktion verfügen. Sie forschten nach Zellen, die die Produkte des Gens islet-1 enthielten, das in diesen Vorläuferzellen exprimiert wird. Durch das Verfolgen von Zellen bei sich entwickelnden Mäusen brachte das Team erwachsene Zellen, die islet-1 exprimieren, mit einer Population von embryonalen Stammzellen in Zusammenhang, die die Entstehung des Herzmuskels zur Folge haben. Die Forscher wiesen diese Zelltypen auch im menschlichen Herzen nach.

Laut Chien handelt es sich um sehr seltene Zellen. Das erkläre auch, warum sie bisher nicht entdeckt wurden. Nur wenige Hundert Vorläuferzellen sind nach der Geburt noch vorhanden. Ihre Anzahl sinkt mit dem Fortschreiten des Alters. Im Labor produzierten einige Hundert Vorläuferzellen, die den Tieren nach der Geburt entnommen wurden, Millionen von Herzmuskelzellen. Die Vorläuferzellen kommen hauptsächlich in den Herzkammern vor. Anders als Stammzellen, die über eine uneingeschränkte Fähigkeit zur Selbsterneuerung verfügen, durchlaufen die Vorläuferzellen nur eine begrenzte Anzahl von Teilungen. Beide Zellarten verfügen über ein Potenzial für den Einsatz der Heilung von Schädigungen des Herzens. Laut den Wissenschaftern verfügen die Vorläuferzellen über einen erheblichen Vorteil. Sie lassen sich ohne chemische oder hormonelle Stimulierung leicht in Herzmuskelzellen verwandeln.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucsd.edu
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Herzanfall Herzmuskelzelle Vorläuferzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Körperenergie als Stromquelle

22.08.2017 | Energie und Elektrotechnik

Ein Quantenlineal für Biomoleküle

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Prostatakrebs: Bluttest sagt Tumorresistenz vorher

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie