Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auch im Sterben ist ein Kind kein kleiner Erwachsener

09.02.2005


Neues Curriculum zur palliativen Versorgung von Kindern und Jugendlichen betont die besonderen Anforderungen und die Einbeziehung der Familie



Ein Kind ist nicht bloß ein kleiner Erwachsener. Dieser Grundsatz gilt auch in der Palliativversorgung, jenem medizinischen Fachgebiet, zu dessen Aufgaben es gehört, die Schmerzen und Beschwerden von schwerkranken und sterbenden Menschen zu lindern. Damit Mediziner und Betreuer den besonderen Anforderungen der palliativen Versorgung von Kindern besser gerecht werden, hat das Institut für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin (IKP) jetzt einen Lehrplan für eine Zusatzweiterbildung erarbeitet. Das IKP gehört zur Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln, einer kooperierenden Klinik der Universität Witten/Herdecke.



Öffentlich vorgestellt wird das Curriculum "Pädiatrische Palliativversorgung" auf den internationalen 3. Dattelner Kinderschmerztagen - Kongress für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativversorgung, die vom 17. bis 19. Februar 2005 im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen stattfinden. Das Ausbildungsprogramm entstand im Auftrag des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums. Mitgewirkt haben Experten von verschiedenen Berufsgruppen und Interessenverbänden, die in der Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen engagiert sind. Der Qualifizierungslehrplan richtet sich an Kinderärzte/-ärztinnen, Kinderkrankenschwestern und -pfleger, aber auch an Sozialarbeiter, Psychologen und Pädagogen.

Ein Curriculum ist wesentlicher Bestandteil einer fundierten Qualifikation. In Deutschland liegt für die Arbeit mit palliativ zu versorgenden Erwachsenen schon seit einigen Jahren ein entsprechender Lehrplan vor. Bei der Entwicklung des Curriculums für eine pädiatrische Palliativversorgung standen die besonderen Bedürfnisse der jungen Patienten im Mittelpunkt. "Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, deren Symptome lediglich eine geringere Dosierung von Medikamenten erfordern. Auch ihre Probleme sind nicht vergleichbar mit denen von Erwachsenen, da ihre Lebenswirklichkeit von der Erwachsener verschieden ist", erläutert Priv-Doz. Dr. Boris Zernikow, ärztlicher Leiter des Instituts für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin.

In Deutschland sterben pro Jahr 3000 Kinder und Jugendliche an lebenslimitierenden und lebensbedrohlichen Erkrankungen. Zu einer angemessenen Palliativversorgung dieser Patienten gehören fundierte Kenntnisse über die Entwicklung von Wahrnehmung und Denken der Heranwachsenden sowie spezielle Aspekte der Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen. Abhängig von Alter und Entwicklungsstand sollte es jedem Kind ermöglicht werden, an Entscheidungen über seine Pflege und Versorgung teilzunehmen. Wichtigster Partner zum Wohle der Kinder sind die Eltern. Der Mittelpunkt der Betreuung sollte, wenn eben möglich, das häusliche Umfeld sein. Zu diesem familienzentrierten Ansatz gehört auch, dass die Angehörigen nach dem Tod des Kindes in ihrer Trauer nicht allein gelassen werden.

Das Curriculum für die Zusatzweiterbildung in pädiatrischer Palliativversorgung sieht insgesamt 200 Unterrichtsstunden in vier Wochen vor. Alle Inhalte werden anhand konkreter Fallbeispiele aus der Praxis vermittelt. Die Themen reichen von medizinischen Grundlagen bis zu ethischen Aspekten. Ein eigener Punkt behandelt die, für eine qualifizierte Versorgung als unerlässlich angesehene, Zusammenarbeit in einem multidisziplinären Team.

Referenz:

Das Curriculum für die "Zusatzweiterbildung Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen für Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen, Kinderärztinnen und -ärzte und psychosoziale Mitarbeiter/innen" ist für interessierte Fachkreise zu beziehen über das Institut für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin (IKP), Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln - Universität Witten/Herdecke, Dr.-Friedrich-Steiner-Straße 5, 45711 Datteln. Das Curriculum ist kostenfrei, es wird jedoch um Zusendung eines frankierten DIN-A4 Rückumschlags gebeten.

Weitere Informationen:

Wilma Henkel, Projektmanagerin des Instituts für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin, Leiterin der Geschäftsstelle "eigenes leben - Hilfen für Kinder mit Schmerzen oder lebensverkürzenden Krankheiten",
Tel: 02363/975-180, Fax: 02363/975-62411, E-Mail: eigenes-leben@web.de

Dr. Olaf Kaltenborn | idw
Weitere Informationen:
http://www.schmerzenbeikindern.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie