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Forscher warnen vor Extrem-Anstieg von Nierenerkrankungen

03.02.2005


Britische und deutsche Wissenschaftler fordern jährlichen Testcheck



Wissenschaftler aus Deutschland und Großbritannien warnen vor einem rasanten Anstieg von Nierenerkrankungen in den kommenden zehn Jahren. Die Gründe für diese Tatsache liegen einerseits in einer "Vergreisung der Bevölkerung", andererseits im Anstieg der Volkskrankheiten wie Diabetes und Hochdruck, die in unmittelbaren Wechselbeziehungen zu Nierenerkrankungen stehen, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie. Wie die britischen Forscher bemerkten, hat sich die Rate der Nierenerkrankungen in der vergangenen Dekade verdoppelt.



Erst kürzlich hatten Forscher in der Fachzeitschrift The Lancet vor einer Zunahme der Nierenerkrankungen im epidemischen Ausmaß gewarnt. Die Gesellschaft für Nephrologie teilt die Sorge der britischen Wissenschaftler und sieht sich in ihren Bemühungen, den Urintest als Standard in den hausärztlichen Jahrescheckup zu integrieren, bestärkt. Die deutschen Experten verweisen auf die Notwendigkeit einer verbesserten Prävention und Früherkennung. Der Hauptgrund für terminale Niereninsuffizienz, einem Schaden, der nicht mehr zu beheben ist, liegt darin, dass die Niere ein "leises Organ" ist und sich Verschlechterungen der Organfunktion nicht gleich durch Schmerzen oder andere auffällige Symptome bemerkbar machen.

Eine besondere Risikogruppe stellen die weltweit 154 Mio. Diabetiker dar. Nach globalen Statistiken wird sich diese Zahl in den nächsten 20 Jahren verdoppeln. Damit wird sich auch die Zahl der Fälle, bei denen ein terminales Nierenversagen eine Folge des Diabetes ist, verdoppeln. Schon heute sind etwa die Hälfte aller dialysepflichtigen Patienten Diabetiker. Interessant ist auch der Zusammenhang zwischen Nierenerkrankungen und kardiovaskulären Erkrankungen: Beide beeinflussen sich gegenseitig und haben die gleichen Risikofaktoren: Rauchen, Übergewicht, Hochdruck.

Für die Experten gewinnt durch diese Zahlen die Früherkennung an Bedeutung. So weist ein erhöhter Eiweißwert im Urin auf Nierenschädigungen hin. Darüber hinaus ist dies auch ein Marker für Herz-Kreislauferkrankungen. Bisher ist der Test nur im Vorsorgekatalog für Diabetiker enthalten, doch angesichts der dramatisch steigenden Zahlen sei es ratsam, den Urintest in den jährlichen "Jahrescheck" zu integrieren. Eine Früherkennung bedeutet nicht nur bessere Heilungschancen für die Patienten, sondern auch eine erhebliche Kostenersparnis, denn Nierenersatztherapien sind sehr kostenintensiv.

Wolfgang Weitlaner | pressetext
Weitere Informationen:
http://www.gfn-online.com

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