Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Können Fadenwürmer nierenkranken Patienten helfen?

02.02.2005


Neues Forschungsprojekt am Universitätsklinikum vom BMBF gefördert



Fadenwürmer sollen die Forscher der Medizinischen Klinik IV, die sich unter der Leitung von Professor Dr. Gerd Walz der Nephrologie, den Erkrankungen der Niere widmet, in einem gemeinsamen Forschungs-vorhaben mit Biologen und der Physikern unterstützen. Bei dem neuen, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt, sollen auf genetischer Ebene Faktoren identifiziert werden, die bei nierenkranken Patienten schon nach kurzer Zeit der Dialyse Herzerkrankungen hervorrufen, die sonst typisch für ältere Menschen sind.

... mehr zu:
»BMBF »Fadenwurm »Gen »Genom


Die Wissenschaftler wenden dabei die modernen Verfahren der so genannten Mikrochip-Analysen an, durch die das gesamte Genom mehrerer hundert Dialysepatienten nach so genannten Kandidatengenen durchforstet wird. "Wir rechnen damit, auf diese Weise über 1.000 Gene zu identifizieren, von denen jedoch nur ein geringer Teil tatsächlich in den Prozess der Krankheitsentstehung involviert ist", schätzt Professor Walz.

Hier kommt der Fadenwurm ins Spiel. Der Biologe, Professor Dr. Ralf Baumeister, Spezialist in der Erforschung von degenerativen Erkrankungen, wird gemeinsam mit seinem Forscherteam untersuchen, welche dieser Kandidatengene bei Fadenwürmern vergleichbare Probleme wie beim Menschen verursachen. Das Untersuchungsobjekt Fadenwurm hat sich bei ähnlichen Fragestellungen in Bezug auf Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson bereits bewährt. Ergebnisse, die bei dem einfachen Organismus gewonnen werden, lassen sich gut auf den komplexen Organismus des Menschen übertragen. "Wir hoffen, dass uns der Fadenwurm hilft, die für den Menschen relevanten Gene aus dem weiten menschlichen Genom herauszufischen", so Professor Baumeister.

Doch auch für den Funktionstest beim Fadenwurm ist eine Zahl von über 1.000 Genen nicht praktikabel. Der Physiker PD Dr. Jens Timmer, Spezialist in der Datenanalyse, wird daher die statistisch aussichtsreichsten Kandidaten der in der Mikrochip-Analyse identifizierten Gene vorsortieren und somit die Zahl der Analysen im Fadenwurm deutlich reduzieren.

Das Forschungsprojekt wird vom BMBF im Rahmen des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN-2) mit knapp einer Million Euro über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. In dieser Zeit will das Team aus den drei Fakultäten Medizin, Biologie und Physik zu Ergebnissen kommen, die in die klinische Praxis einfließen können und damit den Patienten direkt zugute kommen.

Mit dem Projektantrag hat das Freiburger Forscherteam eine von 16 Projektförderungen des BMBF erhalten und sich damit unter rund 120 Bewerbern durchgesetzt.

Kontakt:

Ansprechpartner zum Forschungsprojekt:
Professor Dr. Gerd Walz
Medizinische Universitätsklinik Abteilung Innere Medizin IV
Hugstetter Straße 55, 79106 Freiburg
Tel. 0761 / 270-3250
eMail walz@mm41.ukl.uni-freiburg.de

Professor Dr. Ralf Baumeister
Institut für Biologie III, Bioinformatik und Molekulargenetik
Schänzlestraße 1, 79104 Freiburg
Tel. 0761 / 203-2799
eMail ralf.baumeister@biologie.uni-freiburg.de

PD Dr. Jens Timmer
Physikalisches Institut
Hermann-Herder-Straße 3a, 79104 Freiburg
Tel. 0761 / 203-5829
eMail jeti@fdm.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de/

Weitere Berichte zu: BMBF Fadenwurm Gen Genom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Immunsystem: Wer lockt die Polizisten auf Streife?
17.02.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Erstmals Herzpflaster aus Stammzellen für die Anwendung an Patienten mit Herzmuskelschwäche
17.02.2017 | Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung