Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikro-CT-Scanner für die Untersuchung am lebenden Organismus

01.02.2005


Osteoporose ist eine Krankheit, bei der die Knochendichte abnimmt und damit die Anfälligkeit für Knochenbrüche in belasteten Körperregionen, insbesondere der Wirbelsäule, dem Handgelenk und der Hüfte, steigt.



Osteoporose wurde mit dem Alterungsprozess und Östrogenmangel (nach der Menopause) in Zusammenhang gebracht. Diese Krankheit zeigt sich in räumlichen und zeitlichen Veränderungen des Knochenaufbaus und in daraus folgenden Veränderungen der Knochenstärke als Konsequenz des Alterungsprozesses oder von Östrogenmangel. Der Aufbau und die Stärke der Knochen sind aber nur sehr schwer zu messen und deshalb greifen Forscher und Kliniker in den meisten Studien auf die Knochenmineraldichte (BMD - Bone Mineral Density) zurück, die einfacher zu bestimmen ist als die beiden anderen Werte.



Die Stärke eines Knochens hängt mit der Knochenmenge, der Geometrie (dem Aufbau) des Knochens sowie der Qualität des Matrixgewebes zusammen. Die Messung dieser Parameter kann nicht in vivo durchgeführt werden. Das Ziel des MIAB-Projekts war die Quantifizierung von Veränderungen der Dichte, Geometrie und des Aufbaus von Knochen im Zeitablauf. Dafür wurde ein Mikro-CT-Scanner entwickelt, der Veränderungen am Aufbau der Knochen von Tieren als eine Funktion der Alterung, des Östrogenmangels und der Medikamenteneinnahme überwachen sollte.

Der innovative Mikro-CT-Scanner ist ein hochauflösender Scanner mit niedrig dosierten Röntgenstrahlen für die In-Vivo-3D-Rekonstruktion mit einer detaillierten Feststellbarkeit von bis zu 9 Mikronen in kleinen Labortieren. Die Nutzung von Computermodellen erlaubt die exakte Überwachung des Knochenaufbaus und seiner Veränderungen während der Lebensdauer eines Tieres sowohl unter als auch ohne Berücksichtigung der Einflüsse durch Krankheit oder Medikamente. Das System erlaubt die nichtinvasive Rekonstruktion jedes Querschnitts innerhalb des menschlichen Körpers. Mit dem Programm zur Bildwiedergabe können realistische 3D-Bilder erzeugt werden. Außerdem kann das Objekt durch Rotation, Verschiebung, Vergrößerung sowie Bewegung um und innerhalb des Objekts verändert werden. Das Subsystem zur physiologischen Überwachung misst überdies die Herzfrequenz, die Atmung und die Temperatur des Tieres in Echtzeit und gibt diese wieder.

Durch die Entwicklung des Mikro-CT-Scanners können kleine lokale Veränderungen an den Knochen von lebenden Ratten im Zeitablauf erkannt werden, indem einfach zwei Datensätze mit ähnlichen Ausrichtungen überlagert werden. Auf diese Weise können neue und interessante wissenschaftliche Ergebnisse mit Hinblick auf die Ätiologie und die Behandlung von Osteoporose gewonnen werden, die dieses System nicht nur zu einem nützlichen Forschungsinstrument machen, sondern auch die potenziellen kommerziellen Chancen verdeutlichen.

Eric Buelens | ctm
Weitere Informationen:
http://www.skyscan.be

Weitere Berichte zu: Mikro-CT-Scanner Östrogenmangel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Titandioxid-Nanopartikel können Darmentzündungen verstärken
19.07.2017 | Universität Zürich

nachricht Künftige Therapie gegen Frühgeburten?
19.07.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten