Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorhersage von Malariaausbrüchen

01.02.2005


Malaria ist eine tückische Infektionskrankheit, die Jahr für Jahr mehr als eine Million Menschenleben fordert. Besonders betroffen sind Afrika, aber auch Asien und Lateinamerika. Malaria wird von Moskitos übertragen und steht in untrennbarer Verbindung zum Klima, da Faktoren wie Temperatur und Niederschlagsmenge entscheidend für die Ausbildung der Moskitopopulation sind.



Um Leben retten zu helfen, werden in Risikogebieten Malariafrühwarnsysteme eingerichtet. Numerische Wettervorhersagen, insbesondere jahreszeitliche Vorhersagen, spielen dabei eine entscheidende Rolle. Fortschritte bei der jahreszeitlichen Wettervorhersage, wie sie z.B. im Rahmen des DEMETER-Projektes erreicht werden konnten, können dabei einen wichtigen Unterschied machen.

... mehr zu:
»DEMETER »ERA »LSTM »Malariaausbruch


Die Liverpool School of Tropical Medicine (LSTM) hat sich der Aufgabe angenommen herauszufinden, wie groß dieser Unterschied ist, der durch das DEMETER-Multimodell-System zur jahreszeitlichen Wettervorhersage in Echtzeit entsteht. Um die Möglichkeiten zur genauen Vorhersage von Malariaausbrüchen zu untersuchen, wurde DEMETER mit einem mathematischen Modell zur Übertragung von Krankheiten gekoppelt. Dazu wurde das System mit Informationen aus einem afrikanischen Testfall sowie mit Daten aus der 40-jährigen ECMWF Re-Analyse (ERA 40) gefüttert.

Aufgrund der nichtlinearen physikalischen Voraussetzungen, die die Atmosphäre bestimmen, sind jahreszeitliche Voraussagen von Natur aus immer probalistisch und niemals verbindlich. DEMETER nimmt sich dieses chaotischen Aspektes an, indem die Methode der Ensemble-Vorhersage zum Einsatz kommt, wobei die Ausgangsbedingungen, die in die in DEMETER enthaltenen Modelle eingegeben wurden, in verschiedene Richtungen interpretiert werden. Die Ensemble-Methode hat den Vorteil, dass die Vorhersage dadurch eine größere Zuverlässigkeit gewinnt.

Welche Ergebnisse konnten also erzielt werden? Nun, die Erkenntnisse von LSTM sind ziemlich viel versprechend. Viele der Gebiete, die im afrikanischen Testfall am schwersten betroffen waren, konnten gut vorausgesagt werden. Modellversuche mit den ERA 40 Daten erwiesen sich jedoch als weniger leistungsfähig. Die LSTM-Experten nehmen an, dass dies auf Diskrepanzen zwischen den ERA 40 Daten und denen der afrikanischen Station zurückzuführen ist. Dieser Widerspruch kann jedoch durch die Nachbearbeitung der ERA 40 Daten gelöst werden.

DEMETER ist bereits im European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (Europazentrum für mittelfristige Wettervorhersagen) im Einsatz. Gesundheitsbehörden können die jahreszeitlichen Vorhersagen zur Entwicklung von Strategien zur Bekämpfung von Malariaausbrüchen aufgrund klimatischer Bedingungen nutzen. Auch das wirtschaftliche Einsparungspotenzial des Systems wurde quantifiziert.

Dr. Moshe Hoshen | ctm
Weitere Informationen:
http://www.liv.ac.uk/lstm

Weitere Berichte zu: DEMETER ERA LSTM Malariaausbruch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten