Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Glaukom: Europaweites Projekt soll Früherkennung verbessern

05.07.2001


Aufnahme eines Sehnervenkopfes mit Identifikationspunkten und -linien, die zur dreidimensionalen Rekonstruktion genutzt werden. Gut sind die Blutgefäße zu erkennen.


Entwurf für die Berechnung einer Höhenkonturkarte des Sehnervenkopfes aus der Fotografie oben. Bilder (2): Fraunhofer-Institut für graphische Datenverarbeitung, Darmstadt


Bei den so genannten Glaukomerkrankungen gehen im Auge Sehnerven zugrunde. Das kann zum Verlust der Sehkraft bis hin zur Erblindung führen. Fatal dabei ist, dass die Betroffenen meist keinerlei Beschwerden verspüren - bis es zu spät ist. Früherkennung und Vorsorge sind darum bei dieser Erkrankung äußerst wichtig.

... mehr zu:
»Glaukom »Glaukomerkrankung »Sehnerv

Im Rahmen des europaweiten Projekts GLAUCAD, an dem die Augenklinik der Universität Würzburg beteiligt ist, soll ein computergestütztes Früherkennungssystem für Glaukomerkrankungen aufgebaut werden. Diese Leiden gehören nach wie vor zu den größten Problemen in der Augenheilkunde.

Ausschlaggebend für die Diagnostik eines Glaukoms sei es, so Projektleiter Dr. Dirk Marquardt, den Zustand des Sehnervenkopfes im Auge zu beurteilen. Dabei handelt es sich um die Stelle, an der sich die einzelnen Nervenfasern des Auges zum Sehnerv vereinigen, der dann zum Gehirn führt. Genau an diesem Ort kommt es beim Glaukom zum Verlust von Nervenfasern.


Dieser Vorgang hinterlässt Spuren, die sich fotografisch dokumentieren lassen. Bei der Diagnose stellt sich allerdings das Problem, dass der Sehnervenkopf von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich aussieht. Darum ist es schwierig zu beurteilen, ob bereits eine krankhafte Veränderung vorliegt.

Die Grundlage für das GLAUCAD-Projekt bildet eine Datenbank mit 16.000 Bildern von gesunden und geschädigten Sehnervenköpfen. Am Computer sollen diese Bilder nun dreidimensional rekonstruiert und analysiert werden. Davon erhoffen sich die Wissenschaftler weitere Erkenntnisse über die typischen Merkmale und Früherkennungszeichen einer beginnenden Glaukomerkrankung.

Die Augenklinik der Universität Würzburg ist als medizinischer Partner vor allem für die Bewertung der Bilder zuständig. In Deutschland sind an diesem Projekt auch die Augenklinik der Uni Mainz, das Bremer Institut für Betriebstechnik und angewandte Arbeitswissenschaften sowie das Fraunhofer-Institut für graphische Datenverarbeitung (Darmstadt) beteiligt.

Weitere Partner sind die Universitätsaugenkliniken in Antwerpen (Belgien), Coimbra (Portugal) und Mailand (Italien) sowie das Institut für Kommunikation und Computersysteme der Universität Athen (Griechenland) und das Biomedizinische Institut der Universität Mailand. GLAUCAD wird von der Europäischen Union finanziell gefördert.

Weitere Informationen:
Dr. Dirk Marquardt,
T (0931) 201-2351 (Telefonzentrale),
Fax (0931) 201-2245,
E-Mail: d.marquardt@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Glaukom Glaukomerkrankung Sehnerv

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie