Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine ernsthafte Konkurrenz für das "Stripping"

13.01.2005


Mit Laserlicht können Krampfadern effektiv und schonend beseitigt werden / Neue Therapie und aktuelle Tagung an der Universitäts-Hautklinik Heidelberg



Die Universitäts-Hautklinik Heidelberg bietet seit kurzem eine neue Behandlung für Krampfadern an: Die erweiterten Venen werden mit Hilfe eines in das Blutgefäß eingeführten Lasers verschlossen. Blutungen sind wesentlich seltener; Rückfälle kommen weniger häufig als bei der gängigen operativen Entfernung ("Stripping") der Krampfadern vor, wie die aktuellen Behandlungsergebnisse belegen.

... mehr zu:
»Krampfader »Laser »Lasertherapie »Vene


"Wir führen die so genannte endoluminale Lasertherapie sowie andere alternative Verfahren durch", erklärt Privatdozent Dr. Thomas Pröbstle, Oberarzt an der Hautklinik (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Alexander Enk). Denn das fast 100 Jahre alte "Stripping" hat in den letzten Jahren ernsthafte Konkurrenz bekommen. Gemeinsam ist den neuen Verfahren, dass sie nicht die Krampfadern entfernen, sondern die erweiterten Blutgefässe von innen verschließen (veröden) - durch Bestrahlung mit Radiowellen, mit dem Laser oder durch Schaumeinspritzung.

Dieses Therapiespektrum ist auch Thema der Tagung "Endovasale Therapie", die am 15. Januar 2005 in der Universitäts-Hautklinik unter dem Patronat der Deutschen Phlebologischen Gesellschaft veranstaltet wird. Neben Fachvorträgen werden die verschiedenen Methoden an Patienten demonstriert.

Die Laser-Methode wurde vor einigen Jahren von Dr. Pröbstle, der bis April 2004 an der Universitäts-Hautklinik Mainz tätig war, in Deutschland eingeführt. Ursprünglich in den USA zur Reife entwickelt, hat er die "endoluminale Lasertherapie" wissenschaftlich untersucht und weiter optimiert. Mittlerweile sind mehrere tausend Patienten an verschiedenen deutschen Kliniken damit behandelt worden.

Jeder vierte leidet an Krampfadern / Gefahrenherd für Lungenembolie

Krampfadern, im medizinischen Jargon auch Varizen genannt, sind ein weit verbreitetes Problem: Etwa jeder zweite leidet daran, und jeder fünfte davon muss sich im Lauf seines Lebens deswegen einem Eingriff unterziehen. Dabei geht es nicht nur um kosmetische Korrekturen, sondern auch um die Beseitigung eines ernsthaften medizinischen Risikos. Denn in den erschlafften Venen kann sich das Blut stauen, ein akuter Gefäßverschluss durch einen Thrombus oder gar eine Lungenembolie drohen. Deshalb gilt es, diesen Gefahrenherd zu beseitigen - und dies möglichst nachhaltig, aber schonend.

Von besonderem Vorteil ist die exakte Steuerung und damit die Sicherheit der Laserbehandlung, da der Befund während des Eingriffs - im Gegensatz zum "Stripping" - kontinuierlich mit Ultraschall überwacht werden kann. In die erkrankte Vene wird eine sehr dünne, flexible Glasfaser eingeführt, die das Laserlicht an die Gefäßwand leitet. Durch die entstehende Wärme zieht sich das Gewebe zusammen, und das Gefäß ist nicht mehr durchgängig.

Studien zur langfristigen Wirksamkeit der Lasertherapie geplant

Nur sehr selten kommt es zu Komplikationen; leichte, vorübergehende Schmerzen können mit moderaten Medikamenten wirkungsvoll beherrscht werden. Bei Einführung der Lasertherapie traten im ersten Jahr bei ca. 5 Prozent der Patienten erneut benachbarte Krampfadern auf oder dasselbe Gefäß sackte wieder aus. "Dies beobachten wir mittlerweile mit weiterentwickelter Technologie der Laseranwendung nur noch bei etwa 2 Prozent der Patienten, dieser Wert liegt besser als bei Patienten, deren Krampfadern mit einem Stripping entfernt wurden", berichtet Dr. Pröbstle.

Allerdings gibt es bislang noch keine Langzeitergebnisse; diese sollen nun in einer Studie an mehreren Kliniken Deutschlands ermittelt werden. Auch die regelhafte Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen steht noch aus, obwohl das Verfahren selbst keineswegs teurer ist als andere Behandlungsformen für Krampfadern.

Bei Rückfragen:

PD Dr. Thomas Pröbstle
Telefon: 06221 / 56 67 39 (Sekretariat Frau Kachach)
Fax: 06221 / 56 62 73
E-Mail: elke.kachach@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.dermatologie-heidelberg.de/content/ambulanzen/phlebo/e986/index_ger.html
http://www.med.uni-heidelberg.de

Weitere Berichte zu: Krampfader Laser Lasertherapie Vene

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie