Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Regelmäßiger Genuss von Cranberry-Saft reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Harnwegserkrankung um mehr als die Hälfte

02.07.2001


Eine finnische Studie kommt zu dem Schluss, dass das Trinken von Cranberry-Saft diejenigen, die chronisch unter Harnwegsinfekten leiden, vor einem Rückfall zu schützen scheint

Mehr denn je haben nun häufig unter Harnwegsinfekten Leidende einen wissenschaftlich belegten Grund, die Cranberry zu einem Bestandteil ihres Präventions-Programmes zu machen. Eine neue, am 29. Juni 2001 im British Medical Journal veröffentlichte Studie zeigt, dass bei regelmäßigem Genuss von Cranberry-Säften anscheinend die Zahl der Harnwegsinfekte (HWI) bei weiblichen Testpersonen um mehr als die Hälfte (56 Prozent) geringer war.

Frühere Forschungsergebnisse stellten einen Zusammenhang her zwischen der Cranberry und der Reduktion von Bakterien, die mit HWI verbunden sind. Diese neuen Ergebnisse helfen, die Rolle der Cranberry bei der Prävention vor derart schmerzhaften Infektionen weiter zu stützen.

Forscher an der University of Oulu, Finnland, führten eine offene, nach dem Zufallsprinzip angelegte, kontrollierte Versuchsreihe durch, um den Effekt von Cranberry-Lingonberry-Saft und einem Lactobacillus GG (L.GG)-Getränk auf HWI-Rückfälle bei Frauen zu studieren. 150 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 30 Jahren, die mindestens einmal in ihrem Leben an einer HWI litten, wurden nach dem Random-Prinzip in drei Gruppen von je 50 Personen aufgeteilt. Die Teilnehmerinnen erhielten entweder täglich 50 ml Cranberry-Saft (7,5g Cranberry-Konzentrat und 1,7g Lingonberry-Konzentrat in 50 ml Wasser ohne Zuckerzusatz) über einen Zeitraum von sechs Monaten, oder - über einen Zeitraum von einem Jahr - fünf Tage in der Woche 100 ml des L.GG-Getränks. Die dritte Gruppe diente als Kontrollgruppe.

Es stellte sich heraus, dass sich das Vorkommen von HWI insgesamt in den drei Gruppen deutlich unterschied. Nach sechs Monaten hatten in der L.GG-Gruppe 19 Frauen (39 Prozent) und in der Kontrollgruppe 18 Frauen (36 %) mindestens einen HWI erlitten. Im Vergleich dazu: nur acht Frauen (16 %) in der Cranberry-Gruppe. Mit anderen Worten hatten die Frauen in der Cranberry-Gruppe um 56 % seltener eine HWI durchgemacht als die Kontrollgruppe.

"Die vom ,British Medical Journal’ veröffentlichte Studie baut auf früheren Forschungsergebnissen auf", sagt Martin Starr, Ph. D., Director of Health and Wellness bei der Ocean Spray Cranberries, Inc. " Sie bringt einen weiteren Beweis dafür, dass der regelmäßige Konsum von Cranberry-Saft bei der Prävention dieses schmerzhaften Zustandes wirkungsvoll sein kann. Diese neue Studie ist ein weiterer Teil unserer Belege dafür, dass Bestandteile der Cranberries bestimmte gefährliche Bakterien im Körper kampfunfähig machen können, so dass ,diese Bakterien nicht andocken können’ ". Er fügte hinzu: "Wir bei Ocean Spray freuen uns über weitere Forschung in diesem Bereich, damit wir alle Gesundheitsaspekte der Cranberry immer besser verstehen können. Tatsächlich legen neue Untersuchungen nahe, dass der Anti-Adhäsions-Effekt der Cranberry auch außerhalb der Blase wirken kann, um bestimmte Bakterien in anderen Körper-Regionen außer Gefecht zu setzen, wie zum Beispiel im Magen und in der Mundhöhle.

Diese Studie wurde finanziert durch die Emil Aaltonen, Juho Vainio und Alma und KA Snellman Stiftungen.

Peter M. Geissler | ots
Weitere Informationen:
http://www.cranberries.de
http://bmj.com/cgi/content/full/322/7302/1571
http://news.bbc.co.uk/hi/english/health/newsid_1412000/1412586.stm

Weitere Berichte zu: HWI

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise