Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fortschritte bei gezüchteten Herzklappen - doch der Durchbruch lässt noch auf sich warten

06.01.2005


Aus körpereigenem Gewebe gezüchtete Herzklappen könnten in Zukunft manche Probleme der Herzchirurgen lösen. Über die Fortschritte auf diesem Gebiet berichten am Freitag, 14. Januar, zwei Vorträge auf dem Kinderherz-Symposium des Universitätsklinikums Bonn. So lassen erste Ergebnisse aus Tierversuchen zwar hoffen, sie zeigen aber auch, dass die Zuchtklappen von der therapeutischen Anwendung noch weit entfernt sind. Das Kinderherz-Symposium richtet sich an Ärzte, Pflegepersonal und Patienten. Es findet von 11 bis 18:15 Uhr im Bonner Universitätsclub, Konviktstraße 9, statt.



Manche Kinder kommen mit verengten oder undichten Herzklappen zur Welt. Lassen sich diese anderweitig nicht zufriedenstellend behandeln, müssen die Ärzte sie operativ ersetzen - entweder durch mechanische Klappen oder durch Transplantate aus Verstorbenen. Gute Erfahrungen hat man auch mit Schweineklappen gemacht, die denen des Menschen sehr ähnlich sind. Alle Optionen haben jedoch den Nachteil, dass es sich nicht um patienteneigenes Gewebe handelt. "Die Fremdklappen verkalken mit der Zeit und wachsen auch nicht mit", klagt der Bonner Kinderherzspezialist Dr. Johannes Breuer. Die Lebensdauer der Ersatzklappen ist daher begrenzt.

... mehr zu:
»Herzklappe »Matrixmaterial


Hoffnung setzen Herzchirurgen auf Zuchtklappen aus körpereigenem Gewebe. Der Arbeitsgruppe um Dr. Stefan Jockenhövel, RWTH Aachen, ist es gelungen, Patientenzellen auf einem künstlichen Matrixmaterial in Form einer Herzklappe anzusiedeln und zur Vermehrung zu bringen. "Das Matrixmaterial zersetzt sich mit der Zeit; übrig bleibt die fertige Zuchtklappe, die man dann einsetzen kann", erklärt Dr. Breuer - "soweit zumindest die Theorie, in der Praxis sind wir davon noch meilenweit entfernt." So habe sich in Tierversuchen gezeigt, dass die Zuchtklappen mechanisch noch bei weitem zu instabil seien. Den Schritt zur Therapie sieht der Privatdozent denn auch frühestens in fünf bis zehn Jahren.

"Tissue engineering" - also die gezielte Herstellung von Ersatzgewebe aus patienteneigenen Zellen - ist nur ein Thema des 4. Bonner Kinderherzsymposiums. In den weiteren Vorträgen geht es unter anderem um Fortschritte beim Herzultraschall sowie um neue Therapieoptionen und Rehabilitationsansätze.

Anmeldung bei Evelyn Blarr, Telefon 0228/287-3350, Fax 0228/287-3360, E-Mail: evelyn.blarr@ukb.uni-bonn.de

Kontakt:
Privatdozent Dr. Johannes Breuer
Telefon: 0228/287-3350

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

Weitere Berichte zu: Herzklappe Matrixmaterial

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie